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Kirche in WDR 2 | 12.04.2019 | 05:55 Uhr

Tampons, Binden und Jesus

Ich bin eine weiße Frau und lebe in einem der reichsten Länder der Erde. Ich habe Abitur gemacht, studiert und könnte theoretisch auch eine Doktorarbeit schreiben. Jeden Monat blute ich. Mittlerweile seit fast 30 Jahren. Und trotzdem : Diese Tatsache hat «Gott sei Dank » keinen Einfluss auf meine Bildungschancen gehabt. Ich weiß, dass das in anderen Ländern dieser Erde nicht so ist.
In Indien zum Beispiel gelten Frauen als unrein, wenn sie ihre Periode haben. Sie dürfen dann zum Beispiel die Tempel nicht betreten. Und natürlich ist es tabu, über die monatlichen Blutungen zu sprechen. Hygieneartikel wie Binden oder Tampons sind für die junge Mädchen oft zu teuer. So wird der Schulbesuch für junge Inderinnen fast unmöglich. Darüber berichtet der neue Film « Period. End of sentence », der jetzt mit einem Oskar in der Kategorie « bester Kurzfilm » ausgezeichnet wurde.

Kaum zu glauben, aber wahr: Menstruation ist auch schon in der Bibel ein Thema.
Dort wird von einer Frau erzählt, die seit vielen Jahren unter Blutfluss leidet. Die Unberührbare berührt Jesus. Er sagt: » Hab wieder Mut, Tochter! Es ist dein Vertrauen, das dich gerettet hat!
» In diesem Moment wird sie geheilt.
Eine echte Wundergeschichte. Intim und öffentlich zugleich vollzieht sich ihre Heilung. Jesus nimmt sie wahr und schenkt ihr öffentliches Ansehen.
„Hab wieder Mut, Tochter!“

Die Regisseurin Rayka Zehtabchi des Films « Period. End of sentence » hat gerade Mut bewiesen. Ihr Film dokumentiert das « Pad Project », die Entwicklung einer Binden-Maschine. So können indische Frauen günstig Binden herstellen und sich selbst mit Hygieneartikeln versorgen. Sie hat damit ein Tabu gebrochen.

« Ohne Leiden, keine Freude » oder « Ohne monatliches Blut, kein neues Leben ». Denn das, was sich da in dem Körper jeder Frau vollzieht, ist der heilige Kreislauf des Lebens. Jeden Monat werde ich daran erinnert, dass das Leben wechselhaft ist und das sich alles wandelt. Es ist nicht immer schön, das am eigenen Leib zu spüren, denn ich fühle dabei auch, wie verwundbar ich bin. Aber es ist das Leben in seiner Fülle. Und ich bin dankbar für die Erfindung von Tampons und Binden, weil sie auch mir Freiheit ermöglichen. Hoffentlich bald allen Frauen und Mädchen - in allen Ländern dieser Erde. Dass sie zur Schule gehen können und eine Ausbildung machen. In diesem Sinne ist das Wort Jesu immer noch aktuell : « Habt Vertrauen Töchter und Mut! »

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