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Kirche in WDR 2 | 06.04.2020 | 05:55 Uhr

Tohuwabohu

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer.“ „Tohuwabohu heißt das auf Hebräisch, „wüst und leer“. Das ist der Anfang der Schöpfungsgeschichte in der Bibel. Das reine Chaos. Da kommen wir her. Und ein wenig bekommen wir in diesen Tagen eine Ahnung davon, was das bedeutet. Dass das Leben nicht berechenbar ist. Dass der Mensch nicht allmächtig Herr über die Erde ist, nicht selbstherrlich die Krönung der Schöpfung.


Vielleicht ist es lehrreich sich daran zu erinnern, dass unser Leben aus Unsicherheit entstanden ist. Aus dem Durcheinander verschiedenster Elemente. Und dass das Tohuwabohu auch nicht das Ende bedeutet.


Ist das ein Trost für Menschen, die in diesen Tagen Angst um ihre Gesundheit haben? Angst um einen lieben Menschen, der krank und schwach ist? Ist das ein Trost für Menschen, die Angst um ihren Job, ihre Firma haben?


Wohl kaum. Und doch ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig Mut zusprechen. Trösten. Dem anderen zeigen: Du bist nicht allein.


Wie reagieren wir Menschen auf das Tohuwabohu? In den USA machen Waffenläden Rekordumsätze. Die Menschen haben Angst. – Ich erlebe aber auch so viele Gesten der Menschlichkeit: Bäckereien spenden Brötchen für Ärzte und Pfleger, Menschen klatschen abends von ihrem Balkon herab Beifall für Menschen, die sich für andere engagieren.


Was für Energien, wie viel Humor, wie viel Mitmenschlichkeit können wir mobilisieren, wenn wir müssen oder wollen. Tohuwabohu kann man nur gemeinsam bewältigen. Darum kommen nach der Schöpfungsgeschichte in der Bibel auch gleich Adam und Eva, nicht einer alleine, sondern beide zusammen.


Historiker sagen: Menschen verhalten sich in Krisenzeiten, während Kriegen und Seuchen, viel vernünftiger und solidarischer als man das eigentlich erwartet hätte und kennt. Das macht mir Mut. Wir Menschen sind eben doch soziale Wesen.


Aus einem massiven Kontrollverlust kann sogar eine Art „Rausch des Positiven“ werden, sagt die Psychologie. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Da geht eine Sicherheit verloren, aber aus der Erfahrung, wir sind ja immer noch da, entsteht eine Art „Neu-Sein im Inneren“.


„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer.“ Bleiben wir bei Trost, bleiben wir getröstet in diesen Tagen. Ich habe gute Hoffnung.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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