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Kirche in WDR 2 | 17.07.2019 | 05:55 Uhr

Tonnenschwere Liebe

Ein heißer Nachmittag. Eine Gruppe junger Absolventen der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz schiebt sich durch die Straßen der Stadt.

Sie sind auf dem Weg zur Ponte Vecchio – der ältesten Brücke der Stadt Florenz, und sie sind bewaffnet.

Ein jeder von ihnen hält in der Hand das Vorhängeschloss seines Spindes.

Ankommen an der Ponte Vecchio befestigen sie die Schlösser an einem der Gitter und werfen den Schlüssel in den munter plätschernden Arno.

An diesem Nachmittag sehen auch Anna und Marco aus Rom dem Spektakel der ehemaligen Studenten zu.

Anna ist begeistert. Ein Schloss, für immer geschlossen als Zeichen der ewigen Verbindung – so etwas möchte sie auch für sich und Marco haben.

Zurück in Rom ist das Schloss schnell gekauft. Die Namen der Beiden eingraviert. Und als beide an ihrem Jahrestag auf einer Brücke in Rom stehen, zieht Anna das Schloss aus der Tasche.

„Lass es uns hier festmachen“ sagte sie und schaut Marco erwartungsvoll an. Marco ist genauso begeistert wie sie und so befestigen sie das Schloss an der Brücke. Als Anna den Schlüssel abzieht, sieht sie Marco fest an: „Für immer“ sagt sie. Er nickt, lächelt und antwortet ihr: „Für immer“ und Anna wirft den Schlüssel in den Tiber.

Einige Wochen später hängt ein zweites Schloss an der Brücke, ein paar Tage später ein nächstes. So geht es immer weiter.

Der Trend mit den Liebesschlössern verbreitet sich schnell in ganz Europa und gelangt schließlich 2008 nach Köln an die Hohenzollernbrücke.

Im Jahr 2016 haben dort schätzungsweise 40.000 Schlösser gehangen. Das entspricht einem Gewicht von circa 27 Tonnen.

27 Tonnen Liebesschwüre, Versprechen, Namen und Daten.

Für immer geschlossen. Ein Versprechen, vielleicht sogar mehr als das. Auch wenn Liebe überhaupt nichts Starres ist wie ein Schloss, sondern wächst und gedeiht, sucht sie doch nach Bestand, nach dem was bleibt – für immer.

Im Hohen Lied der Liebe heißt es: Die Liebe ist geduldig und freundlich und nicht verbissen. Sie sucht nie ihren eigenen Vorteil, sie ist nicht nachtragend oder reizbar. Die Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und sie hält durch und das bis zum Ende. Sie hört niemals auf. Alles andere vergeht, ist nur das kleine Stück des großen Glücks, aber die Liebe, die wir Christinnen und Christen auch Gott nennen, sie endet nie.

 

 

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