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Sonntagskirche | 04.04.2021 | 08:55 Uhr

Überraschungsei Ostern

Frohe Ostern wünsche ich Ihnen an diesem Ostersonntag.

Heute hat sie es beim Frühstück auf ihrem Teller gefunden. Ein Überraschungsei. Manchmal bringe ich ihr das auch vom Einkaufen mit. Dabei freue ich mich schon auf ihre strahlenden und neugierigen Augen. Meine Frau kann sich kindlich über so ein Überraschungsei freuen: Die Hülle aus Vollmilchschokolade und innen drin eine kleine Überraschung. Wir haben eben alle unsere kleinen Schwächen!

Auch Karfreitag und Ostern sind wie ein Überraschungsei! Auf den ersten Blick sind es nur vier freie Tage. Ein kleines Geschenk.

Dahinter ist ein tiefer Sinn. Der stille Karfreitag ist eine Erinnerung daran: Jesus ist am Kreuz gestorben. Ostern dann ist er von den Toten auferstanden. So sagt man. So wird es jahraus, jahrein von den Kanzeln der Kirchen gesagt. Was das genau bedeutet? Das ist für viele genauso verborgen wie die Überraschung im Überraschungsei. Was in diesen Tagen steckt und was sie in Wahrheit bedeuten, wird selten entdeckt.

Überraschungseier muss man auspacken, um an den Inhalt heranzukommen. Zuerst muss man das Papier entfernen, danach die Schokolade essen, und dann geht es an die Überraschung. Ebenso ist es auch mit Karfreitag und Ostern: Manche haben sich durch das Papier schon zur Schokolade vorgearbeitet. Doch wer bei Fisch und Ostereiern, Kurzurlaub und Familientreffen stehen bleibt, dem verschließt sich das Eigentliche.
Und das geht so: Ostern beginnt in Wahrheit als tief tragische Wallfahrt einiger Frauen zur Grabstätte Jesu. Sie machen sich frühmorgens auf den Weg und pilgern zum toten Jesus. Noch ein letztes Mal wollen sie ihm zeigen, wie sehr sie ihn lieben, verehren, bewundern. Und sie wollen den Leichnam salben. Bis hierhin verläuft alles menschlich, diesseits orientiert, ganz normale Trauerarbeit. Bis hierhin ist alles Religion, die sich fortsetzt bis in unsere Zeit hinein. Mit Fahrten und Reisen zu den christlichen Pilgerorten, mit allen möglichen und unmöglichen menschlichen Anstrengungen: Hier wird der tote Jesus verehrt.

Doch dann passiert etwas Ungeheuerliches, Überraschendes und Undenkbares frühmorgens in der Grabstätte. Erst der Schock. Das Grab ist leer. Ein Engel ist da und sagt zu den Frauen: „Jesus ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Kann das sein?

Wenn das stimmt, wenn es wirklich wahr ist, wird es Zeit, dass wir uns nicht allein mit Äußerlichkeiten rund um Ostern aufhalten. Sondern dass wir vielmehr auch die letzte Hülle über dem geheimen Kern abstreifen und dem auferstandenen Jesus selbst begegnen. Mit ihm kann ich wie mit einem guten Freund ins Gespräch kommen.

Ich kann ihm mein heutiges und zukünftiges Leben ganz und gar anvertrauen. Das meinte der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945), als er sagte: „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln!“ Wenn ich den Kreuzgang Jesu bis zu seinem Tod gedanklich mitgegangen bin, brauche ich bei seinem Tod nicht stehenzubleiben.

Das meint Ostern: Jesus bleibt nicht im Tod. Gott hat ihn auferweckt zu einem neuen Leben. So kann er für alle da sein, die sich an ihn wenden.

Ich wünsche Ihnen ein überraschendes und gesegnetes Osterfest mit dem Auferstandenen.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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