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Kirche in WDR 3 | 18.02.2019 | 07:50 Uhr

Unter die Haut

Liebe geht unter die Haut, Trauer auch, denn sie ist ja auch immer ein Ausdruck von Liebe.Das nehmen manche Menschen übrigens ganz wörtlich. Sie lassen sich ein Liebes- oder Trauertattoo unter die Haut spritzen.

In meiner Jugend trugen Seeleute Tattoos oder Männer aus irgendwie zwielichtigen Millieus. Auf ihrer Haut sah man Anker, Herzen oder Mädchennamen verewigt mit Datum und Treueschwur: „Auf ewig dein!“.

Inzwischen hat sich das gewaltig verändert; auch der Akademiker oder die Businessfrau zeigen mit Stolz ganze Bilderlandschaften auf ihrem Körper.

Zwischen der dezenten Rose am Oberarm und dem Ganzkörper-Tattoo ist vieles möglich.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber Geschmäcker können sich ändern, ein Stich kann auch mal verunglücken oder auf alternder Haut seine Spannkraft verlieren und dann kommt die Stunde der Hautärzte: für die hat sich inzwischen eine ganz neue Verdienstquelle aufgetan: Tattoos nämlich wieder zu entfernen.

„Tattoo-Sünden“ sagen manche sogar dazu und obwohl ich nicht weiß, wie eine Tattoo-Beseitigung vor sich geht, glaube ich, dass sie gar nicht so selten vorkommt: darum prüfe, wer sich für ewig stechen lässt!

Tattoos sind nichts Außergewöhnliches mehr und in einer Predigt habe ich sogar

die kühne Behauptung vernommen, dass Gott selbst tätowiert sei. Der Prediger bezog sich dabei auf einen Satz aus der Bibel. Beim Propheten Jesaja spricht Gott im 49. Kapitel: „Ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände!“

Gott als Träger eines Liebestattoos! - Das klingt verblüffend. Ich weiß zwar nicht,

ob der alte Prophet dabei richtig verstanden wird, aber mit Liebe und Treue hat dieser Satz wohl durchaus zu tun.

Der Gott der Bibel hat sich eine Selbsterinnerung zugelegt, vielleicht ähnlich wie das Berühmte „auf ewig dein!“ Ja mehr noch: Er will sich mit unseren Namen schmücken. Sie sollen für ihn eine Zierde sein. Der Schöpfer will auf sein Geschöpf stolz sein können.

Dass ihm dies nicht immer gelingt und gelingen wird, wissen wir alle; in unserem Leben geht eben auch mancher Schuss oder Stich daneben. Bilder verblassen, verzerren sich oder werden entstellt, auch das Abbild Gottes, das wir selbst sein sollen.

Dennoch glaube ich, dass ER sein Liebes-Tattoo niemals entfernen wird oder sogar entfernen kann. Denn diese Erinnerung und Liebe geht viel tiefer als nur unter die Haut, sie reicht wahrscheinlich bis in sein Herz. - Einen guten Morgen aus Köln wünscht Pfr. Jürgen Martin.

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