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Kirche in WDR 4 | 14.02.2020 | 08:55 Uhr

Valentinstag

Guten Morgen.

Heute will ich sie überraschen, meine Liebste. Ich male mir das schon jetzt aus - wie ich in den Blumenladen gehe und Ausschau halte. Nach ihren Lieblingsblumen natürlich. Wie ich dann nach Hause komme und: Überraschung! Mit einem dicken Strauß da vor der Tür stehe und sie anstrahle. Damit hat sie bestimmt nicht gerechnet. Oder doch? Heute, am Valentinstag?!

Den geliebten Menschen zu überraschen – das hat mit Phantasie zu tun. Und genau das braucht doch die Liebe: Phantasie. Phantasie- das ist die Fähigkeit, sich in Gedanken etwas auszumalen. Es dann auch wirklich zu tun – das hat dann schon mit Liebe zu tun. Denn „Liebe“ ist ja ganz schlicht im Grunde immer etwas, das wir tun.

Ich male mir also aus, wie ich mit meinem Blumenstrauß nach Hause komme. In Gedanken rupfe ich schon mal das Papier weg und stecke es in die Manteltasche. Soll ich ausnahmsweise klingeln? Ich weiß ja gar nicht, ob sie schon da ist, wenn ich komme. Aber ich tue mal so, als ob. Also male ich mir aus: Ich klingle. Sie kommt zur Tür, um mir zu öffnen. Und dann, dann…ja was? Das sei jetzt mal Ihrer Phantasie überlassen, liebe Hörer.

Und wo wir schon dabei sind: Was malen Sie sich aus? Vielleicht malen Sie sich aus, das Lieblingsgericht ihrer Liebsten zu kochen. Oder Sie haben einen Tisch reserviert in ihrem gemeinsamen Lieblingsrestaurant. Oder haben Sie vielleicht ein Wochenende in einem schönen Hotel gebucht, in dem Sie vor vielen Jahren schon einmal waren? Oder einen Ausflug an einen ungewöhnlichen Ort, eine Aktion, die Sie beide verbindet?

Überraschen, aus der Rolle fallen. Was anderes tun, was Neues ausprobieren, etwas Unerwartetes, Ungewöhnliches initiieren… all das können wir uns in unserer Phantasie ausmalen. Und die Liebe? Die tut es dann auch. Phantasie geht auch ohne Liebe. Aber: Liebe geht nicht ohne Phantasie.

Klar, mit dem Valentinstag, da ist es so wie mit dem Muttertag. Manche sehen mit Skepsis auf solche besonderen Tage. Kann ich auch verstehen. Valentinstag sollte eigentlich immer sein. Muttertag auch. So lautet dann das Argument. Aber das ist ein hoher Anspruch. Außerdem, wenn wir das zu Ende denken, wo bleibt denn dann die Normalität? Jeder Tag ein Valentinstag? Da sind wir aber mit unserer Phantasie ganz schnell am Ende. 

Das Alltägliche, die Normalität, die haben ja auch ihr Recht. Sie geben unserem Leben eine gewisse Verlässlichkeit und Orientierung.

Der Valentinstag ist dazu da, etwas anderes einzuüben als das Alltägliche. Sozusagen modellhaft. Er erinnert uns daran, dass Liebe und Phantasie eng verschwistert sind. Und dass unsere partnerschaftliche Liebe ohne Phantasie leicht sterben könnte. Denn Normalität, und Alltag – davon haben wir ja sowieso genug. Und klar ist es gut, wenn zwei Menschen ein gutes Team sind. Wenn jeder seine Aufgaben erfüllt und alles funktioniert. Der Valentinstag aber ist dazu da, dies zu feiern. Modellhaft. In manchen Kirchengemeinden übrigens mit besonderen Gottesdiensten für Liebende.

Und ja: Wenn wir das Modell verstanden haben, dann kann der Valentinstag auch am 27. August oder am 3. November sein. Das spielt dann keine Rolle.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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