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katholisch

Kirche in WDR 2 | 04.02.2021 | 05:55 Uhr

Vertrauen

Jetzt mal direkt vorweg, also um allen Missverständnissen vorzubeugen: 

Ich bin mir sicher, dass es dieses Corona-Virus gibt,

dass es wirklich extrem gefährlich sein kann,

dass vielerorts die Intensivstationen voll sind und an ihre Grenzen kommen

und dass weltweit Millionen Menschen daran gestorben sind

 

Und genau so sicher bin ich mir allerdings auch, dass spätestens jetzt – tatsächlich auch zigtausend Menschen denken oder sagen:

 

„Was ist das denn für ein naiver Idiot, der der Lügenpresse tatsächlich glaubt, wo es doch auf der Hand liegt, dass ein paar Leute im Hintergrund stehen und die Strippen ziehen und uns alle zu Marionetten machen wollen?!“

 

Ja, diese Menschen gibt es. Auch in meinem Bekanntenkreis.

Und ganz im Ernst: Ich will dieses Phänomen verstehen. Ich will verstehen, warum erwachsene und gebildete Menschen Dinge glauben und sagen, die ich persönlich so vollkommen absurd finde, dass mir die Worte fehlen. Und ich glaube, dass es in unserer Sprache diese Worte auch noch gar nicht gibt, die meine Irritation treffend zum Ausdruck bringen könnten.

Aber genau das will ich verstehen können. Und ich glaube: so ticken wir doch alle. Alles, was wir erleben, wollen wir doch in das Bild integrieren können, das wir uns von der Welt gemacht haben.

 

Einige Psychologen sagen: Das ist eine Reaktion auf das Gefühl von Kontrollverlust.

 

Neulich in einer Doku – und die klang für mich tatsächlich nachvollziehbar:

Da sagte ein Demonstrant: „Wir sind in der DDR damals von den Politikern so dermaßen verarscht worden, ich glaube denen nichts mehr.“

 

Das Thema Corona-Leugnung ist sicherlich noch um einiges vielschichtiger. Aber hier sehe ich tatsächlich für mich eine Chance, das Phänomen zumindest Mal in Ansätzen verstehen zu können.

 

Es geht diesem Demonstranten also gar nicht so sehr darum, was er glaubt, sondern vielmehr darum, deutlich zu machen wem er glaubt – oder noch treffender: wem er eben nicht mehr glaubt, weil er in seiner Vergangenheit so massiv betrogen wurde.

Und wenn ich verdeutlichen möchte, dass ich Dir so gar nichts mehr glaube, dann wird genau diese message verstärkt, wenn das, was ich denn glaube, sehr absurd daherkommt. 

„Ich glaube lieber, dass irgendwelche Eliten Kinder essen und dass Bill Gates uns mit der Impfung sterilisieren möchte, als Dir da oben, ganz egal, was du sagst.“

Es geht bei dieser ganzen Sache also auch um Vertrauen, missbrauchtes Vertrauen und um Verletzung.

Wem vertraue ich und wem eben nicht mehr?! Ich weiß, als Mitarbeiter der katholischen Kirche sitze ich im Glashaus, wenn ich über Vertrauen spreche. Aber:

 

Gesellschaft braucht Vertrauen – da bin ich mir sicher.

Sonst funktioniert das nicht.

Und um Vertrauen zu können, brauchen wir Menschen und Institutionen, die vertrauenswürdig sind und denen ich vertrauen kann

Und weil ich nichts schönreden möchte, was nicht schön ist, hilft mir nur: Differenzierung.

Ja, es gibt den Lobbyismus und Hinterzimmer-Politik und genau das stärkt mein Vertrauen in die Politik eben nicht. Aber ich glaube auch, dass gerade jetzt ganz viele Politiker und Wissenschaftler wirklich um unser Wohl bemüht sind, die uns eben nicht schaden oder betrügen wollen, sondern für unsere Gesundheit und unser Leben kämpfen. 

 

Wir müssen differenzieren und Projektionen entlarven.

 

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