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Kirche in WDR 2 | 18.11.2019 | 05:55 Uhr

Verzicht

Es gibt ein neues Schreckgespenst in Deutschland. Ich begegne ihm ständig und überall. In den Medien, im Freundeskreis, auf der Arbeit. Das Gespenst heißt Verzicht. Allein sein Erscheinen reicht, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Klingt dramatisch, aber trifft es im Kern. Fakt ist:

Das Wort “Verzicht” hat Hochkonjunktur. Wenn über die Klimaziele 2030 diskutiert wird, über die Zukunft unserer Kinder, das Leben auf diesem Planeten. Und: Es hat einen negativen Beigeschmack. “Verzichten” ist dann gleichbedeutend mit: Alles wird teurer.  Oder: Noch schlimmer, alles wird verboten. Selten wird hier differenziert, lieber verallgemeinert.  Eins ist aber klar: Jetzt ist Schluss mit lustig. Es gibt sogar schon ein “Verzichtsdogma”.  Schlagworte sind: kein Fleisch, kein Urlaub, kein Auto.

Ein Gespenst geht um –  der Verzicht.  Und wie beim klassischen Lakengespenst, sieht man  nur den Umhang und die Schlitze für die Augen. Was drinnen steckt, bleibt verborgen. Und Unbekanntes macht bekanntlich Angst.

Als Christen sind wir aber aufgerufen, keine Angst zu haben. Also, das Laken einmal mutig anheben, schauen, was sich eigentlich darunter verbirgt.

Was zunächst auffällt: Verzichten ist ein Verb, ein Tu-Wort. Das Subjekt dazu heißt “ich” oder “wir”. Verzichten ist etwas, was ich, was wir machen. Und das von Kindesbeinen an. Wer in die Pfütze springt, verzichtet darauf ein liebes Kind zu sein. Wer gelobt werden möchte, verzichtet aufs Vergnügen in die Pfütze zu springen. Damit fängt sie an - unsere persönliche Entwicklung. Wer bin ich ? Was will ich? Verzichten hat mit abwägen zu tun, mit entscheiden. Für das eine, gegen das andere.

Schon das kleine Beispiel macht deutlich, Verzichten kommt von innen, aus eigenem Antrieb, aus Überzeugung oder es geschieht möglicherweise auch aus Kalkül. So unterscheidet es sich vom Verbot. Verzichten geschieht individuell, täglich, stündlich.

Es gibt kein Leben ohne Verzicht.

Das Wörterbuch sagt: Verzichten heißt “einen Anspruch aufgeben”. Es heißt reflektieren, Werte klären und Ziele verfolgen.  Ob das Leben dann freudlos ist? Probieren Sie es doch einfach mal aus! Vertreiben Sie die bösen Geister!

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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