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Kirche in WDR 2 | 25.02. 2019 | 05:55 Uhr

Vogelschule

Ich bin Judith Uhrmeister, guten Morgen!

Ich habe seit neuestem einen Vogel.

Also nicht so einen, sondern einen im Garten.

Und der ist wunderschön.

Der hat ein Gefieder, das ist unglaublich.

Und seit ein paar Tagen kommt er zu mir ans Fenster geflogen.

Welcher Vogel das ist, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Ich kenne mich mit Vogelsorten nicht aus. Ich kann einen Schwan von einer Gans unterscheiden, und vielleicht erkenne ich auch noch eine Amsel, aber dann hört es auch schon auf.

Aber es hat mich nicht losgelassen. Ich wollte unbedingt wissen, was das für ein Vogel ist. Also habe ich mein Vogelbestimmungsbuch geholt und habe es aufgeschlagen und war erstaunt, wieviele Vogelsorten es eigentlich gibt:

Sumpfohrsänger, Rotkopfwürger, Gartenrotschwänze, Kernbeißer, Gimpel, Gartenvögel, Seevögel, Bergvögel – alles dabei, nur meine schöner Gartenfreund nicht. Der passt einfach zu keiner Beschreibung.

Er ist wohl kein Normvogel.

Und dann, bei diesem ganzen Vogelarten-Bestimmen, hat es mich überkommen.

Ich habe mir überlegt, was wäre eigentlich, wenn der Vogel ein Menschenbestimmungsbuch aufschlagen würde, um zu schauen, was ich für eine Sorte bin.

Was bin ich denn für eine Sorte?

Was würde in so einem Buch überhaupt drinstehen?

Was wäre ich überhaupt für eine Menschenart?

Grobeinteilung: Landmensch, Bergmensch, Seemensch.

Feinunterteilung: Groß mit großen Füßen, blond (naja, grau), helle Haut, dafür aber glatt.

Das wäre echt schräg, so ein Menschenbestimmungsbuch. Und andere könnten nachschlagen, was ich für einMenschentyp bin.

Aber bei dem Vogel im Garten mache ich es halt. Ich will den irgendwie in eine Schublade reinstecken. Und bei anderen Menschen mache ich das auch manchmal.

Und ich mache es nichtmal mit Absicht. Es passiert mir einfach. Ich kann dann sagen: „Der ist so und so! Das kenne ich ja und fertig. Ab in die Schublade!“

Und dann steckt er da in der Schublade. Das Problem ist, der andere sitzt dann in der Schublade und hat überhaupt keine Möglichkeit, mir zu zeigen, dass er auch ganz anders sein kann.

Wahrscheinlich empfiehlt die Bibel deshalb: Du sollst dir kein zu genaues Bild von anderen Menschen machen.

Weil es nämlich verhindert, dass wir uns treffen.

Wenn alle in Schubladen sitzen, dann ist es zwar sehr aufgeräumt auf der Welt, aber man kann auch nicht erleben, wie toll es ist, einen Menschen zu treffen, der zwar ganz anders ist als man selber, aber ganz einzigartig schön.

So wie dieser Vogel in meinem Garten, und so wie Sie!

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