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Kirche in WDR 2 | 16.06.2020 | 05:55 Uhr

Vom Säen

Ich freue mich wie ein Kind, wenn sie aufgehen, die Blumensamen. Aus den Tüten, die man irgendwann mal geschenkt bekommen hat.

Vieles was wir säen, geht auf. Aber es gibt immer Samen, die unter Dornen fallen und nichts werden. Aber da, wo der Boden fruchtbar ist und genügend Wasser und Fürsorge hinkommt, kann es gelingen. Davon spricht auch die Bibel. Gemeint ist das Wort Gottes.

Wörter, die aufgehen, die wunderbare Blüten entwickeln – das wünschen sich auch die Frauen, die für ihre Rechte kämpfen. Jetzt - hier in Deutschland.

Zwanzig Organisationen und Verbände appellieren an die Bundesregierung und Arbeitgeber: „Verbessert die Situation von Frauen in Deutschland! Wenn nicht jetzt? Wann dann!“ Sie sagen: Corona beweist es euch: Wir sind systemrelevant und benachteiligt.

Denn es sind vornehmlich Frauen, die an den Supermarktkassen sitzen, Menschen in Altenheimen pflegen und als Erzieherinnen in Kitas arbeiten. Sie gehören zu den „systemrelevanten Berufen“ und leisten 80% der Pflege und Caretätigkeiten in Deutschland – und das seit Jahren und Jahrzehnten.

So was wie Feierabend kennen sie nicht. Denn laut dem zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung sind sie es die zu Hause weiterarbeiten, ihre Kinder versorgen, sich um die Schulaufgaben kümmern, kochen, putzen und und und. Und natürlich noch mehr als sonst in Zeiten von Corona. Die Männer, Väter, Partner sind da meist zurückhaltender.

Noch stärker belastet sind Frauen, die alleine sind mit ihren Kindern. Oft leben sie am Existenzminimum und sind am Rand ihrer Belastbarkeit. Deshalb die Forderung der Organisationen und Verbände: Carearbeit braucht mehr gesellschaftliche Anerkennung. Sie ist ein Grundpfeiler unseres Systems, die faire Bezahlung muss die Konsequenz sein.

Und wirklich erschreckend ist: „Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt ist – körperlicher, sexualisierter“, so das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Verbände fordern: Wir brauchen mehr Beratungsstellen - auch von dem Land, mehr Geld für Frauenhäuser und vor allem: Täterberatungsstellen.

Manche Samen gehen tatsächlich auf. Fallen auf gute Erde, blühen und tragen Frucht hundertfach, so steht es da, in der Bibel. Wie schön wäre es, wenn der Aufruf der Verbände von der Zeitschrift Emma bis zur Evangelischen Kirche in Deutschland Früchte tragen würde. Etwas Neues entstehen würde: eine frauen- ja, menschenfreundlichere Welt!

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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