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Kirche in WDR 5 | 29.06.2019 | 06:55 Uhr

Vom göttlichen Kern


Guten Morgen!

Neulich erzählte eine Frau von einem Klassentreffen. Vor 40 Jahren hatte sie mit ihren Mitschülern und Mitschülerinnen das Abitur bestanden. Seitdem traf sich der Jahrgang zwei Mal. Leider verpasste die Frau beide Treffen. War jedes

Mal beruflich verhindert.

Nun sitzt sie mit den anderen an einem langen Tisch in einem Restaurant. Immer wieder fällt ihr Blick auf den dunkelgrünen Samtvorhang vor der Zimmertür. Wenn der Vorhang zur Seite geschoben wird, taucht ein älterer Mensch auf. Ein älterer Mensch mit Falten und grauen Haaren oder gefärbtem Blondschopf oder Glatze Und immer wieder denkt sie: Nie gesehen! Kenn ich überhaupt nicht! Wer soll denn das sein? Doch wenn der Mensch zu sprechen beginnt oder auf eine bestimmt Art winkt oder einen Witz macht, dann fällt es ihr wieder ein: Meine Güte, das ist doch der Klaus! Oder die Dagmar oder die Ingrid!

Schließlich sind -bis auf drei- alle da. Sitzen am Tisch und reden und lachen wie vor 40 Jahren, - nur 40 Jahre älter. Bei allen ist etwas Eigenes erhalten geblieben. Etwas Typisches, Unverwechselbares, das immer wieder durchscheint.

Natürlich auch äußerlich die Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen oder extrem abstehende Ohren, aber vor allem etwas Inneres, einen tiefen Kern, eine besondere  Ausstrahlung. Etwas, das sich nicht exakt in Worte fassen lässt.

Joseph Beuys, - Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunstprofessor - , ist ein Meister der Provokation. Für ihn ist das Unübliche wichtig: Er wäscht Leuten die Füße, lebt zeitweise mit einem Kojoten zusammen, fegt den Wald und verbindet das Messer, mit dem er sich in den Finger geschnitten hat. All diese provokanten Aktionen irritieren, öffnen dadurch neue Sichtweisen auf das Leben, auf uns Menschen und unsere Eigenarten.

In den 1970er Jahren schockt Joseph Beuys die Kunstwelt und die Gesellschaft mit seiner These Jeder Mensch ist ein Künstler. Damit meint er nicht, dass jeder Mensch wie Rembrandt oder Chagall malen oder wie Mozart komponieren könne.

Beuys ist vielmehr fest davon überzeugt, dass in jedem Menschen eine besondere schöpferische Kraft steckt. Eine göttliche, vitale Energie, die sich in unterschiedlichen Begabungen und Ausstrahlungen zeigt.

Diesen eigenen Kern heißt es im Leben zu entdecken und zu entfalten. Durch Durststrecken hindurch und über Widerstände hinweg.

Guter Gott, wie unterschiedlich sind wir Menschen auf dieser Welt!

Wir sind Unikate, einzigartig, wie die Menschen beim Klassentreffen.

Guter Gott, wie unfassbar kreativ muss Deine Schöpferkraft sein, mit der Du uns so unterschiedlich erschaffst!

Wenn wir uns auf die Suche danach begeben, können wir Deinen göttlichen Kern in uns immer mehr entdecken,

immer mehr leben lernen, immer mehr lieben lernen für uns, für die Welt und für Dich, Gott, der Du Liebe bist.

Es grüßt Sie Petra Fietzek aus Coesfeld.

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