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Kirche in WDR 5 | 23.09.2019 | 06:55 Uhr

Von Bäumen: Die Tamariske

Guten Morgen!

Auf dem Weg zur Arbeit führt mein Fußweg an einem besonders schön gewachsenen Ahorn vorbei. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Es gibt sie, Bäume, die unseren Lebensweg begleiten. In manchem Garten wächst ein Baum, den schon der Opa pflanzte.

Manche Bäume sind schon älter als alles, was um sie herum gebaut wird. Unter ihren Zweigen fühlt es sich oft an, als stünde man in einer Kathedrale. Bäume helfen uns, die Kraft zu spüren, die Gott in die ganze Schöpfung hineingelegt hat. Wenn diese alten stillen Riesen in Flammen stehen, dann bewegt das viele. Die Menschen betrauern die Waldbrände in Sibirien, in Brasilien oder in Mecklenburg-Vorpommern.

Sprecher: „Abraham aber pflanzte in Beerscheba einen Tamariskenbaum. Dort betete er zum Herrn, dem ewigen Gott. Lange Zeit lebte Abraham als Fremder im Land der Philister.“ (1.Mose 21, 33-34)

Bevor Abraham diesen Baum pflanzt, verlässt er mit seiner Frau Sara seine Heimat. Er bleibt lange Zeit ein Fremder in einem fremden Land. Der Baum scheint das Erste zu sein, was in dem fremden Land Wurzeln bildet. Dabei gehört ihm das Stück Land gar nicht. Manchmal wächst ein Stück Heimat langsam.

Abraham hatte als Flüchtling manchen Gegenwind auszuhalten.

Dürfen er und seine Familie bleiben?

Er muss verhandeln, damit seine Tiere das knappe Weideland abgrasen dürfen.

Er gräbt selbst einen Brunnen und lässt sich amtlich bestätigen, dass es sein Brunnen ist.

Und er pflanzt diesen kleinen Tamariskensetzling ein. Kann er sich darauf verlassen, dass der morgen noch steht? Wird der Besitzer des Landes ihn verschonen oder hat er vielleicht vor, dort etwas ganz anderes anzupflanzen? Doch: Keiner protestiert gegen seine Pflanzung: Der Tamariskenbaum wächst!

Bis Wurzeln ihre Ausläufer in alle Richtungen in die Erde graben, dauert es meist ein paar Jahre.

Einwurzeln heißt auch, Standfestigkeit gewinnen und Halt finden.

Abraham findet seinen Halt, indem er mit seinem Gott spricht – er macht es wie seine Tamariske: Wurzeln bilden und bleiben. Bei der Tamariske redet er mit seinem besten Zuhörer, er betet zum ewigen Gott.

Gottesdienste unter Bäumen und freiem Himmel sind auch bei uns in Lippe gut besucht, wenn die Sonne scheint. Menschen lieben es, die Wolken am hellen Himmel ziehen zu sehen, wenn sie singen. Es ist wunderbar, die Vögel in den Bäumen singen zu hören, während wir beten. Zum Beispiel mit diesen Worten aus der Bibel:

Sprecher: „Lobt Gott, ihr Berge und Hügel, ihr Obstbäume und Wälder! Lobt ihn, wilde und zahme Tiere, ihr Vögel und alles Gewürm! … Lobt ihn, ihr Männer und Frauen, Alte und Junge miteinander.“ (Psalm 148, 9-12, Gute Nachricht)

Die ganze Schöpfung, sogar die Obstbäume und Wälder haben eine Stimme, mit der sie Gott loben. Denn bei ihm liegt die aufbauende Kraft des Lebens.Nach einem Kindergottesdienst unter sehr alten Lindenbäumen sagte ein Großvater: „Die Bäume standen schon hier, als ich ein Kind war und jetzt singe und bete ich hier mit meinen Enkelkindern. Gott hält diese Welt in seiner Hand, wenn wir sie nicht zerstören. Er hört uns und alle Geschöpfe – wo immer wir zu ihm sprechen.“

Abraham fand den Ort für seine Gespräche mit Gott unter dem Tamariskenbaum.

Ich wünsche Ihnen heute so einen Ort des Gesprächs mit Gott, Ihre Viktoria Keil, Pfarrerin in Barntrup und Sonneborn.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
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