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Kirche in WDR 4 | 25.09.2020 | 08:55 Uhr

Wachen und beten

Guten Morgen!

 

Kinderfreizeit im Sauerland vor 30 Jahren. 80 Mädchen und Jungen sind dabei, schlafen auf Feldbetten in Zelten. Das ist aufregend. Und wir Mitarbeiter halten Wache. Immer zwei von uns sitzen am Lagerfeuer. Wir halten uns mit Cola wach und passen auf, dass nichts passiert. Gar keine leichte Übung, mitten in der Nacht.

Heute wache ich manchmal am Bett meiner Tochter. Wenn sie Fieber hat oder nach einem Alptraum nicht mehr schlafen kann. Dann muss ich immer wieder daran denken, was Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat: „Wachet!“ sagt er zu ihnen, kurz vor seiner Verhaftung im Garten Gethsemane. In der Nacht, in der Jesus gefangen genommen wird, sollen sie wachen und beten. Aber mehrfach findet er die Jünger schlafend vor.

 

Es ist manchmal unglaublich schwierig, gegen den Schlaf anzukämpfen. Am Lagerfeuer bei der Zeltfreizeit in meiner Jugend ist es mir meistens gelungen. Aber es gab später im Leben manch andere Gelegenheit, bei der ich immer wieder eingenickt bin, obwohl ich eigentlich aufpassen sollte; nicht nur in der Schule oder im Kino. Manchen fallen auch im Gottesdienst die Augen zu. Wer kennt das nicht? Eine echte Anfechtung.

 

In der Bibel geht es immer wieder darum, dass man wachen soll: Die Jünger bei der Verhaftung von Jesus. Und nach Jesu Tod sollen die Gläubigen dann wachen und darauf warten, dass er wiederkommt. Das Problem: Keiner weiß, wann das sein wird. Menschen haben immer wieder versucht, das zu berechnen, obwohl Jesus ganz klar sagt: „Den Tag oder die Stunde kennt niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch ich nicht, sondern allein der Vater im Himmel.“ (nach Markus 13,32)

 

Trotzdem wird der Weltuntergang, wird die Endzeit oder wie manche sagen - das Jüngste Gericht - dauernd angesagt und sogar besungen. Wie in diesem alten Schlager, der schon mehr als 60 Jahre auf dem Buckel hat: „Am 30. Mai ist der Weltuntergang.“ Die Zeugen Jehovas sind bekannt dafür, sogar schon mehrfach das Jüngste Gericht angekündigt zu haben, zuletzt für 1975. Und das bekannteste Datum in der jüngeren Vergangenheit war sicherlich der 21. Dezember 2012, das angebliche Ende des Maya-Kalenders. Bisher lagen alle mit ihren Vorhersagen falsch.

Wenn es dann soweit ist, soll allerdings etwas Schönes geschehen: Das Ende aller Tränen und aller Mühsal ist dann versprochen.

Und Jesus hat den Menschen noch etwas anderes mitgegeben: Dass sie nämlich bis dahin eine Aufgabe haben. (Markus 13,34)

Das heißt auch für mich: Ich habe eine Aufgabe hier auf Erden. Ich soll Gottes Wort weitersagen, in Wort und Tat. Aber vor allem: Ich soll aufpassen. Wachen ist behüten, die Augen aufhalten. Wachen heißt dann auch: sich kümmern. Mir sind Menschen anvertraut. Wie die Tochter, wie die Kinder damals beim Zelten. Auf jeden Fall mein Nächster, meine Nächste, wenn sie mich brauchen. Wachen ist also ein aktiver Vorgang. Wer wacht, kümmert sich. Und ich glaube, so möchte der Herr seine Leute antreffen, wenn er wiederkommt. Wann immer das sein wird.

 

Einen guten Tag und Freude an Ihren Aufgaben - Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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