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Kirche in WDR 5 | 04.02.2019 | 06:55 Uhr

Was bleibt?

Haben Sie Ihren Weihnachtsbaum schon entsorgt? Viele machen das bereits in der ersten Januarwoche, andere erst nach dem Fest der „Darstellung des Herrn im Tempel“, das in der katholischen Kirche am Wochenende gefeiert wurde. Mit dem Weihnachtschmuck verschwinden die äußeren Zeichen dieses Festes. Was bleibt?

Ganz anders, aber auf eine Art sind auch die Kirchen äußere Zeichen. Sie zeichnen die Spur des Christlichen nach. Und so kam mir die Frage nach dem „was bleibt“ noch auf eine ganz andere Weise, als ich eine Reportage sah über die verfallenen gotischen Kathedralen in Frankreich. Diese Kunstdenkmäler aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert werden mittlerweile oft zum Abriss freigegeben, weil die Kirchen und Kommunen die Kosten der Restaurierung nicht mehr tragen können. Für Denkmalbehörden, Kunstexperten und Architekten ein schreckliches Vergehen an historisch wertvoller Bausubstanz.

Was bleibt, wenn die äußeren Zeichen des Glaubens schwinden? Eine Antwort begegnete mir in dem Bericht eines Augenzeugen des Bürgerkriegs in Barcelona im Jahr 1936. Dort heißt es:

Sprecher:

„Ich sah etliche zerstörte Kirchen. In der Rambla de las Flores stand (…) die Bethlehem-Kirche. In dieser befand sich stets ein zwei Meter hohes Kruzifix, das von den Gläubigen sehr verehrt wurde. Bevor die Kirche in Brand gesteckt worden war, hatte man das Kreuz ins Freie geschafft. An die Stelle des üblichen INRI über dem Haupt des Gekreuzigten hatte man einen großen Karton gelegt, auf dem in handgeschriebenen Buchstaben zu lesen war: (…) Dich verbrennen wir nicht, weil du einer von uns bist.“

Wenn die äußeren Zeichen des Glaubens zu schwinden drohen, dann bleibt das Bekenntnis derer, die sich eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus bewahrt haben. Dann bleiben die Christen, die bekennen. Es sind Christen, denen sich die Liebe des gekreuzigten und auferstandenen Christus tief ins Herz eingeprägt hat. Man sollte sie an der Liebe erkennen, die in ihrem Handeln zum Ausdruck kommt, so wie es in der Lebensregel einer Laiengemeinschaft heißt:

Sprecher:

„Die ständige gegenseitige Liebe, die es ermöglicht, dass Jesus selbst unter uns gegenwärtig ist, ist für die Mitglieder dieser Gemeinschaft die Grundlage ihres Lebens in all seinen Aspekten: sie ist die Norm aller Normen und die Voraussetzung jeder anderen Regel“.

Hier liegt die Mitte des christlichen Selbstverständnisses: Die Gottes- und Nächstenliebe als Norm aller anderen Normen, als Voraussetzung jeder anderen Regel verstehen und konkret leben. Das ist Erkennungszeichen genug.

Wie gesagt, die Kirchenbauten: das sind äußere Zeichen. Und so sehr ich sie auch mag, landauf, landab: es kann die Stunde kommen, in der es ihnen ergeht wie dem alten Tannenbaum. Das ist nicht schön. Aber das schreckt mich nicht, solange es noch Christen gibt, die in ihrer ständigen gegenseitigen Liebe auf Christus verweisen.

Kommen Sie gut in diese Woche, Ihr Weihbischof Christoph Hegge aus Münster.

*Adolf Holl: Der letzte Christ. Franz von Assisi, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1982, 111. Statuti Generali dell’Opera di Maria, 5 – Übersetzung des Verfassers.

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