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Kirche in WDR 3 | 20.01.2020 | 07:50 Uhr

Zukunft gestalten


Guten Morgen!

Wer Zukunft gestalten will, der darf es nicht bei Vorsätzen belassen. Auch jetzt im Januar denke ich mir oft:

Ich müsste mal wieder abnehmen! Ich müsste mal wieder alte Freundschaften auffrischen! Ich müsste mal wieder …Der Konjunktiv „ich müsste“ reicht da nicht aus. Es geht um die ernsthafte Umsetzung.

Ich würde sagen: Wer Zukunft gestalten will, der muss die Vergangenheit kennen! Und dabei hilft sich zu erinnern, sich zu besinnen. Und dazu gibt es Gedenktage und Jubiläen. Ich glaube, die helfen, Zukunft zu gestalten.

2019 war ja schon ein Jahr mit vielen Jubiläen: 100 Jahre Frauen-Wahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz, 30 Jahre Mauerfall. Und auch 2020 erwarten uns besondere Gedenktage hier in Deutschland: Der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, der 75.Jahrestag zur Befreiung vom Nationalsozialismus.

Gedenktage wollen erinnern, wachrütteln und lösen dadurch die Frage aus: Wie soll ich Zukunft gestalten? Persönlich, für meine Angehörigen, für unsere Gesellschaft.

Im März 2017 hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Antrittsrede.[1]

Natürlich ging es auch hier um die Zukunft. Und er berichtete in dieser Rede von einem Treffen mit dem früheren israelischen Präsidenten Schimon Peres. Der wurde von einer Studentin gefragt, was die Zukunft bringe.

Die Zukunft, so Peres, sei wie der Kampf zweier Wölfe. „Der eine ist das Böse, ist Gewalt, Furcht und Unterdrückung. Der andere ist das Gute, ist Frieden, Hoffnung und Gerechtigkeit.“

Die junge Frau wollte daraufhin wissen, wer gewinne. Daraufhin habe Peres gelächelt und gesagt: „Der, den du fütterst.“

Zukunft ist kein Schicksal, dem wir ausgeliefert sind. Wir können Zukunft gestalten. Wir müssen nur den richtigen Wolf füttern. Und diese Freiheit haben wir!

So verstehe ich jedenfalls eine biblische Aussage des Apostels Paulus. Der sagt (Gal 5,13): „Zur Freiheit seid ihr berufen.“ Ja, der Mensch ist zur Freiheit berufen – aber das bedeutet keine Willkür. Vielmehr sehe ich in den Werten von Frieden, Hoffnung und Gerechtigkeit eine Messlatte, die mir Orientierung gibt. Und hier möchte ich an eine Rede von Richard von Weizsäcker erinnern.

Drei Tage nach der Öffnung der Berliner Mauer nahm er an einem Sonntagsgottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche teil.[2] Er wurde gebeten, am Ende zur Gemeinde zu sprechen und nutzte dabei genau diese Worte des Paulus: „Zur Freiheit seid ihr berufen!“ Und er zitierte weiter (Gal 5,13):„Lasset Euch nicht wieder in ein knechtisches Joch einfangen. … Allein sehet zu, dass ihr die Freiheit nicht missbraucht, Euch selbst zu leben. Sondern durch die Liebe diene einer dem anderen.“

Wer Zukunft gestalten will, der darf es nicht bei Vorsätzen belassen. Wer Zukunft gestalten will, der muss die Vergangenheit kennen. Und so sprach Weizsäcker dann von der Zukunft Deutschlands. „Wenn Politik eine Sache der Menschen ist, dann handelt sie von der Freiheit, nach der es den Menschen verlangt, aber damit zugleich auch von der Verantwortung, ohne die Freiheit zum Chaos führt. Verantwortung bedeutet Solidarität untereinander, in der sich die Freiheit erfüllt – Liebe, wie wir als Christen sagen. – Lasst uns so in der Freiheit bestehen.“

Und ich würde ergänzen: Lasst uns so Zukunft gestalten!

Aus Selm-Cappenberg grüßt Sie

Hans Ulrich Nordhaus


[1] Zitiert nach: www.bundespraesident.de/Frank-Walter-SteinmeierAntrittsrede Frank-Walter Steinmeier /Reden/2017/03/170322-Vereidigung.html. Zugriff am 29.10.2019

[2] Weizsäcker, Richard von (1997).Vier Zeiten. Berlin: Siedler, S. 365-366

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