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Kirche in WDR 5 | 17.06.2019 | 06:55 Uhr

Was für ein Vertrauen

Guten Morgen!

In dieser Woche lädt die westfälische Landeskirche zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Dortmund ein. „Was für ein Vertrauen“ heißt das Motto.

Was für ein Vertrauen“ – ein Halbsatz aus einer biblischen Geschichte.

Staunen kann darin liegen: Unglaublich, dass jemand überhaupt Vertrauen haben kann – ausgerechnet in diesen Zeiten, offensichtlich gegen jede Vernunft. 

Bewunderung kann daraus sprechen, vielleicht sogar heimlicher Neid: Donnerwetter, was für ein Vertrauen! Stark. Das hätte ich auch gern, aber ich weiß nicht wie. 

Eine interessierte Frage kann das sein: Was ist das eigentlich für ein Vertrauen? Woher hast du das? Trägt es dich – auch wenn es dicke kommt? Erzähl mir davon! 

Hohn und Spott können in den Worten liegen: Was für ein Vertrauen! Seid ihr verrückt geworden? Oder einfach nur blauäugig und naiv? 

Selbstzweifel können in diesem Satz stecken: Was mache ich da eigentlich, wenn ich vertraue? Darf ich das überhaupt – bei allem, was in der Welt geschieht und was sich in manchem persönlichen Leben abspielt? 

Vertrauen kommt nicht von selbst. Unsere Sprache verrät es. Wir sagen etwa: Vertrauen „schenken“. Oder: Vertrauen „entgegenbringen“. Oder: Vertrauen „wagen“. Vertrauen bedeutet immer auch Risiko. Es braucht den Schritt ins Ungewisse.

Wenn ich vertraue, verlasse ich mich – im doppelten Sinn des Wortes. Ich lasse mich auf etwas oder jemanden ein und verlasse mich dabei selbst, sehe von mir und meinen vermeintlichen Sicherheiten ab.

Wir alle wagen Vertrauen. Immer wieder. Unbewusst, in ungezählten scheinbar banalen Alltagssituationen. Wenn ich Wasser aus dem Wasserhahn trinke. Wenn ich meinen Wohnungsschlüssel bei der Nachbarin deponiere. Wenn ich mich mit dem Auto in den Verkehr begebe.

Uns allen wird jede Menge Vertrauen entgegengebracht. Persönlich, von Menschen, die mir nah sind und die mich lieben. Beruflich, von Menschen, die mit meiner Kompetenz und meiner Zuverlässigkeit rechnen.

Und: Von Gott! Was für ein Vertrauen bringt Gott uns entgegen! Vertraut uns seine Erde an mit all den wunderbaren Geschöpfen, die darauf leben. Mit all der Not, die zum Himmel schreit. Traut uns zu, allen Parolen von Hass und Feindschaft zu widersprechen und für Versöhnung und Frieden einzutreten. Traut uns zu, eigene Schuld einzugestehen. Vertraut auf unsere Bereitschaft, neue, heilsame Wege einzuschlagen. 

Für den Dortmunder Kirchentag wünsche ich mir: Menschen, die sich gemeinsam darauf besinnen, dass Gott ihnen die Erde anvertraut hat und sie dafür Verantwortung tragen. Menschen, die sich im Vertrauen auf Gott und im Vertrauen aufeinander auf den Weg machen: als vertrauensvolle Wegbegleiter und Friedensstifter in unserer Welt.

In diesem Sinne: Herzliche Einladung nach Dortmund. Am Mittwoch geht es los, bis Sonntag feiern, beten, diskutieren wir. Auch Kurzentschlossene sind jederzeit willkommen!

Ihre

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

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