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Sonntagskirche | 06.10.2019 | 08:55 Uhr

Was gehört auf den Erntedanktisch?

Guten Morgen!

Das Dekorieren des Erntedanktisches für den Gottesdienst ist schon seit Jahren ihre Sache. Dabei holt sie das Meiste aus ihrem Garten: Blumen, Gemüse, Obst. Was ihr eigener Garten nicht hergibt, besorgt sie sich bei anderen aus der Gemeinde. So ist der Erntedanktisch jedes Jahr reich gefüllt mit Kohlköpfen aller Art, Kartoffeln und Möhren. Radieschen findet man ebenso auf dem Tisch wie einen Kürbis oder Paprika, Tomaten, Bananen und selbst geerntete Wallnüsse. Natürlich dürfen die herbstlichen Blumensträuße mit Astern, Hagebutten und Dahlien genauso wenig fehlen wie ein frisches Brot oder die eingekochte Marmelade. In der Mitte des Tisches liegt ein selbstgewebtes Band mit der Aufschrift: „An Gottes Segen ist alles gelegen“.

Der Tisch ist jedes Jahr ein Fest für die Augen. Nach dem Gottesdienst können die Gottesdienstbesucher sich mit allerlei Köstlichkeiten eindecken - gegen einen kleinen Obolus für einen guten Zweck.

In aller Regel führt sie mich noch vor dem Gottesdienst zum Erntedanktisch. Dabei strahlt sie und man spürt, wie stolz sie auf ihr vollbrachtes Werk ist. Nicht selten fällt dabei der für sie typische Satz: „Ach Siegi, wir können nur danken!“ Der Dank – der ist schon immer ihr Lebensmotto gewesen. Als ihre Kräfte nachlassen, geben sie und ihr Mann den Garten auf. Danach kümmern sich andere um das Herrichten des Erntedanktisches. Ihr selbstgewebtes Band mit der Aufschrift „An Gottes Segen ist alles gelegen“ schmückt ihn aber nach wie vor.

Seit einigen Jahren frage ich mich schon: Was gehört eigentlich alles auf den Erntedanktisch? Nur die Erträge des Gartens und der Felder? Müssten da nicht auch diverse Artikel aus den unzähligen Regalmetern der Supermärke zu finden sein? Ich glaube, wenn ich beim Dekorieren des Erntedanktisches mitreden könnte, würden neben Obst, Gemüse, Brot und Blumen auch mindestens eine große Salami und ein Karton mit frischen Hühnereiern liegen. Schließlich sind ja auch die Tiere eine Gabe Gottes. Und natürlich weiß ich, wie schwer gequält und ausgebeutet die Nutztiere oft sind. Und gerade deshalb finde ich es wichtig, am Erntedanktag an sie zu erinnern - Salami und Hühnereier als Zeichen dafür, dass wir mit unseren Mitgeschöpfen ganz anders umgehen müssen. Der Erntedanktag erinnert immer auch daran: Achtet alles, wovon ihr euch nährt. Geht gut mit dem um, was Gott euch anvertraut hat.

Für mich gehört auch noch eine Landkarte der sogenannten fünf neuen Bundesländer auf den Erntedanktisch. Seit fast 30 Jahren feiern wir Erntedank kurz nach dem Tag der Deutschen Einheit. Die Öffnung der Mauer vor drei Jahrzenten empfinde ich nach wie vor als ein Riesengeschenk unseres Gottes, auch wenn die Mauer in vielen Köpfen leider immer noch nicht ganz überwunden ist.

Vielleicht gehört für Sie persönlich ja noch etwas ganz anderes auf den diesjährigen Erntedanktisch. Etwas, für das Sie dem Schöpfer von Herzen dankbar sind. Legen Sie es in Gedanken einfach dazu. 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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