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Sonntagskirche | 12.01.2020 | 08:55 Uhr

Wasser und Wein

Guten Morgen.

Kana hieß das Dorf in den Bergen Galiläas. Dort wurde Hochzeit gefeiert.

Jesus und seine Jünger sind auch da.

Der Gottessohn ist offenbar kein Kind von Traurigkeit, kein Kost- und Weltverächter. Es wird nicht nur gegessen, sondern auch Wein getrunken, nicht nur geredet, sondern auch gesungen, getanzt, gespielt und lauthals gelacht. Pralles Leben eben.

Doch plötzlich kommt ein anderer Ton in die Geschichte: „Und da es an Wein gebrach…“

Auf dem Höhepunkt des Festes geht der Wein aus: Ernüchterung breitet sich aus, die Freude erstirbt. Freude will, dass sie nicht aufhört. Aber dann sackt sie doch in sich zusammen. „Und da es an Wein gebrach…“ - dieser kleine Satz bringt gebrochene Lebenserfahrungen auf den Punkt - in kantiger Schärfe.

Manche meinen nun vielleicht schon zu wissen, worauf die Geschichte hinausläuft: Jesus zaubert neuen Wein herbei.

Tja - doch geht es um viel mehr. Hören wir genau hin:

„Füllt die Wasserkrüge mit Wasser!“ sagt Jesus.

Es wird etwas dauern, große antike Krüge zu füllen mit 600 Litern Wasser. Wir hören derweil eine andere Geschichte von einer Hochzeit, von Wasser und von Wein.

Sprecherin: Die Brautleute hatten wenig Geld, sie waren arm, aber sie wollten Hochzeit feiern mit vielen Gästen. Ein fröhliches Fest sollte es werden. Also baten sie alle, die kamen, je einen Krug des örtlichen Weines mitzubringen. Am Eingang des Festsaals stand ein großes Fass, und alle sollten ihren mitgebrachten Wein hineingießen. Und sie füllten es bis obenan. Aber als sie’s kosteten, war’s nicht Wein, sondern nur Wasser…

Groß ist das Erschrecken. Die Freude versiegt, das Fest erstirbt, Ernüchterung breitet sich aus. Die klammheimliche Spielregel liegt offen zutage. Jede und jeder hatte sich ausgerechnet: Den einen Krug Wasser wird man schon nicht schmecken.

Doch wenn jeder nur an sich denkt, schmeckt das ganze Leben nicht mehr. Es frustriert, Wasser zu bekommen, wenn Wein versprochen wurde. Dann ist selbst klares Wasser nicht mehr klar; schmutzig schmeckt es, ja vergiftet. Die Lebensfreude erstirbt.

Menschen gönnen einander nur abgestandenes Wasser statt guten Wein, nur Steine statt Brot. Die Lebensfreude weicht. Lebensfeindliches wirft Schatten.

Hier und heute ist dies bedrohliche Realität: Wir graben anderen das Wasser ab, buchstäblich, weltweit: Der üppige Lebensstil hierzulande lässt das Klima umkippen: Schon jetzt verödet die Vegetation in den Ländern des Südens, Tiere verdursten und verhungern, Menschen verlieren Nahrung und Auskommen und suchen einen Ausweg in der Flucht.

Genau andersherum geht es bei Jesus. Als die großen 600-Liter-Krüge gefüllt sind, sagt er: „Schöpft nun.“ Sie schöpfen, und es ist nicht Wasser, sondern Wein. Jesus verwandelt Wasser in Wein, Tristesse in Freude, Egoismus in Solidarität. Im Wein Jesu schmecken wir die ganze Fülle des Lebens. Alle sollen leben. Sein Wein geht nie aus.

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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