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Kirche in WDR 3 | 20.12.2019 | 07:50 Uhr

Weihnachtslicht

Guten Morgen. Unsere drei Kinder sind noch klein. Da schenkt uns meine Schwiegermutter Umrissfiguren aus schwarzer Pappe. Zum ans Fenster hängen. Dahinter sollen wir Transparentpapier kleben.

Die Kinder erkennen in den schwarzen, an gotische Fensterfüllungen erinnernden Umrissfiguren Maria und Josef, das Kind in der Krippe, einen Hirten, den Weihnachtsstern und den Ochsen und drei Könige. „Der Esel fehlt“, sagt eins von ihnen, „und der Engel“. „Ihr könnt sie ja noch selbst machen“, sagt meine Schwiegermutter.

Lange bleiben die Umrissfiguren in unserem Schrank, bis wir sie an einem Winternachmittag auf den Tisch holen. Mehr oder weniger geschickte Finger schneiden die schwarzen Flächen zwischen den Bleistiftlinien aus. Fetzen und sauber ausgeschnittene Stücke aus buntem Transparentpapier werden vorbereitet. Die Kinder entscheiden: Josef soll der Mann mit dem Hirtenstab sein. Sein Mantel wird hell, der Stock braun. Gesicht und Hände orange. Marias Umhang ist blau, ihr Unterkleid rot. Die Krippe wird mit braunem Papier hinterklebt, das Stroh wird orange, das Kindlein weiß.

Mein Mann schneidet einen Esel aus grauer Pappe aus, spitze aufgerichtete Ohren schmücken seinen Kopf. Sanft sieht er aus neben dem Ochsen mit Hörnern und Hufen. Transparentpapier aufzukleben hat seine Tücken, das fällt uns beim Hirten auf, als der fast fertig ist: Oberkörper und Kopf sind von der einen Seite, die Beine von der anderen Seite beklebt. Egal wie wir ihn aufhängen, Klebestreifen und Schnittränder werden immer zu sehen sein. Wir korrigieren das nicht. Der Hirte hat so eine ganz besondere Note.
Still sitzt unsere Tochter da und zeichnet einen Engel auf schwarze Pappe: Eine schmale Gestalt mit langem taillierten Kleid, ausgebreiteten Armen, umhüllt von dreieckigen Ärmeln, aus denen Hände hervorgucken. Ein paar Sterne entstehen noch, danach ist unsere Weihnachtsgeschichte vollständig.

Jedes Jahr wächst meine Vorfreude auf Weihnachten, wenn ich den braunen Din A 4 Umschlag mit den Figuren aus dem Schrank hole. Wenn die inzwischen erwachsenen Kinder den Weihnachtsbaum  fertig geschmückt haben, breite ich die Figuren auf dem Tisch aus. Die Klebestreifenreste erinnern an die vielen Jahre, die diese Krippe uns begleitet. Für jede Figur suche ich am großen Fenster einen Platz aus: In der Mitte Maria und Josef, zwischen ihnen das Kind in der Krippe, von rechts kommt der Hirte mit den Schafen, Ochs und Esel klebe ich über Josef. Links knien die drei Könige, besonders fällt der auf, der von Kinderhänden beklebt ist. Aus bunten Flecken besteht sein Gewand, kleine Löcher sind sichtbar. Über alles setze ich den Stern mit Schweif an den Himmel und lasse den Engel seine Arme ausstrecken. Kleine Sterne tanzen neben ihm.

Meist ist es dann draußen dunkel. Erst wenn am nächsten Morgen Licht durchs Fenster in den Raum fällt, dann leuchtet das Weihnachtsbild auf. Die Herstellungsfehler sind unsichtbar.

Und am Weihnachtstag bei Licht wird mir jedes Jahr klar: Das Wunder von Weihnachten sehe ich erst, wenn Licht von außen in mein Leben scheint.

In vier Tagen ist Weihnachten. Dass das Licht zu Ihnen kommt und Sie es sehen, wünscht Ihnen Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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