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Sonntagskirche | 19.04.2020 | 08:55 Uhr

...Weißen Sonntag feiern!

 

Heute ist Weißer Sonntag – der Abschluss der feierlichen Osterwoche. Und darum wünsche ich Ihnen noch einmal von Herzen: Frohe Ostern! Auch und gerade in dieser wenig frohmachenden Zeit. Viele katholische Leute verbinden mit dem Weißen Sonntag ganz besonders prägende Kindheitserinnerungen. Es ist der Tag ihrer Erstkommunion. Und auch ich werde nie vergessen, wie das damals war, am weißen Sonntag 1974. Ich war stinksauer! Musste ich doch das Kleid meiner acht Jahre älteren Schwester tragen und auch deren Kränzchen – furchtbar altmodisches Zeug! Immerhin konnte ich meine Mutter dafür gewinnen, das Kleid zu kürzen. Denn Mini war damals in.

Weißer Sonntag. Dieser Name stammt aus der Zeit der frühen Kirche. In den ersten Jahrhunderten trugen die Neugetauften der Osternacht ihr weißes Taufkleid eine Woche lang, bis zum Sonntag nach Ostern. So bekleidet zogen sie noch einmal festlich in die Kirche ein, um als vollwertige Mitglieder zusammen mit der ganzen Gemeinde das heilige Mahl, also die Kommunion zu feiern.

84 Mädchen und Jungen unserer Gemeinde, hier in Wattenscheid- Höntrop sind heute wohl besonders traurig darüber, dass immer noch keine Gottesdienste gefeiert werden dürfen. So sehr hatten sie sich darauf gefreut, heute im weißen Gewand in die Kirche einzuziehen. An ihrem Erstkommuniontag. Viele Wochen haben sie sich darauf vorbereitet und auch über das festliche weiße Gewand nachgedacht, das Mädchen wie Jungen heute tragen sollten. Denn bei uns in St. Maria Magdalena tragen alle dasselbe schlichte, weiße Gewand. Manche Mütter sind froh, dass sie dadurch einem solchen Drama entgehen, wie es meine Mutter mit mir durchlitten hat. Doch uns geht dabei um etwas viel Wesentlicheres. Das weiße Kleid ist DAS Gewand der Christen. Bei der Taufe wurde es uns geschenkt. Nicht so sehr als ein modisches Detail, sondern als ein Zeichen von Würde, Erwählung und Zugehörigkeit.

Wer getauft ist, ist ein Teil von Jesus geworden. Er hat, Christus selber angezogen, so sagt es die Bibel. Das weiße Kleid ist Ausdruck der neuen Identität, die der Getaufte gewonnen hat, in seinem Entschluss, ganz zu Jesus zu gehören.

Ein Kleid mit Innen- und Außenwirkung: Ich gehöre zu Jesus Christus, das richtet mich auf, macht mich stark, und zuversichtlich. Ich gehöre zu Jesus Christus, das bedeutet aber auch, jeder, der mir begegnet, begegnet Jesus! Und in allem, was ein Getaufter tut, sollte spürbar werden, was Jesus gesagt und getan und gelebt hat.

In diesem Jahr fällt die Erstkommunion aus und alle Familienfeiern mussten abgesagt werden. Doch muss darum auch der Weiße Sonntag ausfallen? Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn heute alle Christen daheim einmal etwas Weißes zum Anziehen aussuchten. Ob jetzt ein T-Shirt, eine Bluse, ein Hemd oder einen Pullover. Was auch immer. Die Familie isst dann feierlich zum Abend – ganz in weiß. Als Erinnerung daran, dass Jesus alle Getauften zu sich ruft. Das wäre ein besonderer weißer Sonntag.

Gerade in diesen Zeiten ist es doch wichtig, das Christliche nicht zu verbergen. Wobei es hier nicht auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern auf die Haltung, die dieses Kleid zum Ausdruck bringt, auf die Mitmenschlichkeit, an der Christen erkennbar sein sollten – auch ohne Gottesdienste und weiße Gewänder. Insofern: Was auch immer Sie heute anziehen, ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

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