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Kirche in WDR 5 | 08.06.2021 | 06:55 Uhr

Weltmeerestag

Guten Morgen!

Meeresfrüchte gehören zu meinen Lieblingsgerichten: Muscheln, Tintenfische, Garnelen und Krabben, gerne in einer leichten aber pikanten Tomatensoße mit Spaghetti. Da kommt in mir der Italienfreund durch. Immerhin hatte ich vor vielen Jahren die Chance, ein Jahr in Rom zu studieren. Und seitdem reise ich gerne nach Italien und habe die italienische Küche sehr lieb gewonnen. Corona-bedingt ist das mit dem Reisen natürlich alles schwieriger geworden, aber ich habe gute Hoffnung, dass es bald wieder geht. Und dann möchte ich gerne wieder mal nach Italien, genauer nach Venedig. Denn jetzt – so heißt es – sind die Kanäle der Lagunenstadt so sauber wie nie, man könne wieder Fische sehen. Eine der wenigen positiven Effekte der Pandemie, denn die täglichen zigtausend Touristen und Gäste sind weggeblieben wie die riesigen Kreuzfahrtschiffe. Ich weiß natürlich auch, dass aktuell viele Wirtschaftszweige erheblich darunter leiden – von den Hotel- und Restaurantbesitzern bis hin zu den Touristenbüros und Kreuzfahrtflotten.

Aber alles hängt ja miteinander zusammen. Und wenn Venedig unattraktiv wird, weil das Wasser in der Lagunenstadt immer schmutziger wird, kommen auch keine Touristen mehr. Dabei geht es nicht nur um die Lagunenstadt Venedig, sondern um viel mehr, nämlich um die Weltmeere. An die erinnert heute der „Welttag der Meere“, den die Vereinten Nationen im Jahr 2008 offiziell ausgerufen haben. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Ein Ozean, ein Klima, eine Zukunft – zusammen.“ Damit sind die wichtigsten Komponenten schon genannt, weil eben alles mit allem zusammenhängt.

Und damit bin ich wieder bei den Meeresfrüchten, die ich so gerne esse. Denn die können genauso wie alles Leben im Meer auch nur leben, wenn das Wasser sauber ist. Wie erschreckend sind da die Nachrichten, dass vor einigen Wochen Forscher im Pazifik vor der Küste Kaliforniens eine Müllkippe mit etwa 25.000 Giftfässern gefunden haben[1] und dass Meeresbiologen inzwischen Mikroplastik bei Fischen und in den Meeresfrüchten nachgewiesen haben, ganz zu schweigen von den Gefahren durch Havarien von Schiffen oder Ölbohrinseln. Da vergeht mir dann fast schon der Appetit auf mein Lieblingsgericht mit den Meeresfrüchten.

Dabei sind doch die Weltmeere der Geburtsort allen Lebens auf unserem Planeten und bis heute Garanten für das Überleben: Sie erzeugen den meisten Sauerstoff, den wir einatmen, absorbieren CO2, regulieren das Klima und ernähren schließlich auch uns Menschen. Kein Wunder, dass das Meer schon zu biblischen Zeiten als Teil der Schöpfung gelobt wurde – auch wenn man die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge damals noch nicht kannte. Da heißt es in einem Lied auf die Herrlichkeit der Schöpfung (Ps 104,24-25): „Wie zahlreich sind deine Werke, Herr, sie alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen. Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel, nicht zu zählen: kleine und große Tiere.“

Ich will mir mit diesem frommen Bibelvers nicht den „Welttag der Meere“ schön reden – oder mich sogar vertrösten und Verantwortung abschieben, ganz nach dem Motto: Gott wird das alles auch weiterhin schön machen. Vielmehr ist mir klar, dass ich mit meiner Freude an Reisen nach Italien, nach Venedig und mit meiner Vorliebe für Meeresfrüchte auch Teil des ökologischen Weltproblems bin – mag ich auch nur ein noch so winziges Teilchen des Ganzen sein und mein Einfluss sehr gering und gleichzeitig mein Bestreben noch so groß, mich einigermaßen wenig die Umwelt belastend zu verhalten. Was aber kann ich da schon tun?

Weder die Umweltprobleme verdrängen, noch mir die Freude nehmen lassen an den schönen Dingen wie dem Reisen und dem leckeren Essen – aber mich doch immer wieder fragen: Was brauche ich eigentlich und wieviel? Daraus muss ich dann Schlussfolgerungen ziehen. Und genau dazu ist so ein Welttag wie der heutige wichtig.

Aus Duisburg grüßt Sie Pater Philipp Reichling.


[1] Spiegelartikel vom 27.04.2021: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/los-angeles-forscher-finden-tausende-faesser-mit-giftmuell-im-meer-a-52420f72-f5b0-4a72-be7f-b6fa9ad8076e

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