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Sonntagskirche | 29.04.2018 | 08:55 Uhr

Welttag des Tanzes

Wenn ich zurückblicke, habe ich die Vorbereitung auf unsere Hochzeit sehr genossen. Eine Sache lag mir im Magen: Ich bin kein guter Tänzer. Auch der zwangsverordnete Crashkurs für den Hochzeitstanz hat daran nichts geändert. Er reichte zwar gerade aus, um die Tanzfläche traditionell zu eröffnen... aber, danach sah man mich da jedenfalls auch an diesem Tag nicht mehr. Es ist nicht so, dass ich es nicht gern könnte. Aber, es gelingt einfach nicht. Ich fühle mich dabei eher wie der „Tanzbär“, als das ich die Leichtigkeit des Tanzes verkörpern würde.

Dabei fasziniert es mich, wenn Menschen tanzen. Ob sie es nun professionell und gekonnt tun, oder ob es ihnen (anders als mir) gelingt, einfach aus sich heraus zu gehen. Dem großen Kirchenlehrer Augustinus wird der Satz zugeschrieben: „Mensch, lerne tanzen! Sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen!“ – Das leuchtet mir ein und es ist ein schönes Bild. Bei mir, hat es trotzdem nicht geklappt.

Am 29. April ist der Welttag des Tanzes. Aus diesem Anlass gibt es vielerorts besondere Veranstaltungsangebote, Feste, Aufführungen und Aktionen. Viele Vereine, Tanzschulen, Gruppen und Studios zeigen dabei interessierten Zuschauern ihr Können und animieren zum Nach- und Mitmachen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und so zeigt sich auch die Vielfalt des Tanzens: vom klassischen Ballett über den leidenschaftlichen Tango bis hin zum waghalsigen Breakdance.

Wenn ich Menschen beim Tanzen beobachte merke ich, dass Tanz oft mehr ist, als einstudierte Bewegungen und Bewegungsabläufe. Tanzen verleiht Gefühlen Ausdruck, ist nicht selten Ritual und Therapie... ist auf jeden Fall mehr als bloßer Zeitvertreib.

Ich mag die Musik von Klaus Hoffmann. In einem eindrucksvollen Album hat er in den 1970er Jahren Lieder von Jaques Brel vertont. Dabei auch das Lied „Adieu Emilie“. Es erzählt von einem Mann der im Frühling von seiner geliebten Frau Abschied nehmen muss. Der Tod wird in kürzester Zeit ihre Wege unbarmherzig trennen. Das ist vielleicht das Schwerste, was wir Menschen in unserem Leben zu lernen haben. Aber im Kehvers erwartet den Hörer dann ein ungewohntes Testament:

„Ich will Gesang will Spiel und Tanz

will daß man sich wie toll vergnügt

Ich will Gesang will Spiel und Tanz

wenn man mich unter'n Rasen pflügt.“

Zugegeben, der Part mit dem „ ich will Gesang, will Spiel und Tanz, wenn man mich unter´n Rasen pflügen“, das stell ich mir nur schwerlich für meine Beerdigung vor. Von „unter’n Rasen pflügen“ möchte ich da auch nicht sprechen. Aber ich entdecke in diesem Wunsch eigentlich ein Lernziel für mich und mein Leben... und ich merke selber, wie wenig mir das oft gelingt: Mir fehlen sie oft, diese Leichtigkeit und das Spielerische im Leben. Gesang, aber besonders auch Tanz bringen sie besonders gut zum Ausdruck. Und dazu kommt die Zusage Jesu: „Ich bin bei euch – alle Tage – Bis ans Ende!“ – Es spricht also nichts dagegen, auch diesem Ende gelassen entgegen zu gehen. Vor allem aber in der (hoffentlich langen) Zeit bis dahin eine tänzerische Gelassenheit einzuüben.

Am Welttag des Tanzes also von mir zweierlei Bekenntnisse: Ich fürchte ich werde das Tanzen auch in diesem Jahr nicht lernen. Aber, ich will mich ins Tänzerische einüben!

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