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Kirche in WDR 4 | 07.01.2021 | 08:55 Uhr

Wer heilt tut recht


„Chronisch kranke Frau wird von Wasserleiche geheilt!“ Fake news oder modernes Wunder der alternativen Medizin? Nein, eher eine echt kölsche Heiligenlegende, so um die 1000 Jahre alt. Der heilige Reinhold von Köln nämlich, Mönch und Steinmetzmeister am Vorgängerbau des Kölner Doms, war von neidischen Kollegen ermordet und in ein tiefes Wasser geworfen worden. Gefunden hat ihn dort erst einmal niemand, bis einer schon lange kranken Frau im Traum ein Engel erschien und ihr die Stelle zeigte, an der die Leiche Reinholds auftauchen würde. Man brachte sie dorthin, die Leiche tauchte auf, die Frau wurde gesund, Reinhold in allen Ehren begraben. Und: An seinem Grab sollen noch viele Menschen gesund geworden sein. Bis ins 17. Jahrhundert befand es sich in Dortmund, in der heute evangelischen Reinoldikirche, wohin über die Jahrhunderte hinweg Massen von Leuten gepilgert sein sollen.

Heilung durch Pilgern zum Grab eines heiligen Menschen? Ich bin da skeptisch, obwohl ich weiß, dass Pilgern einen heilenden Effekt haben kann und sprichwörtlich der Glaube sogar Berge versetzt. Ich vermute aber gleichzeitig, dass der Heilungseffekt keiner wissenschaftlichen Studie standhält. Und doch halten sich solche Traditionen ja nicht ohne Grund. Gerade in unserer Zeit der Pandemie lässt sich das wunderbar beobachten, wie abseits der wissenschaftlichen Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen nach alternativen Wegen gesucht wird, gesund zu werden oder zu bleiben. Das reicht von bestimmten Super-Foods, also Essen, was gesünder macht, über eigens komponierte Tinkturen und Kügelchen, über ausgesuchte Sport-, Yoga- und Pilgerübungen bis hin zu positivem Denken, Beten , Meditieren oder sogar Ignorieren. Und natürlich funktioniert da nicht alles, aber sicherlich gibt es auch außerhalb schulmedizinischer Angebote alltägliche Dinge, die bei Krankheiten hilfreich sind. Als Maßstab gilt dann der bekannte Satz: „Wer heilt, hat recht!“ Das Problem an diesem Satz ist der zweite Teil, bei dem es ums Rechthaben geht. Denn diese Frage lässt sich kaum sicher entscheiden. Trotzdem flackert da ständig der Streit zwischen wissenschaftlicher Nachweisbarkeit und unbeirrbarem Glauben an bestimmte Methoden auf, der ja unnachgiebig bis in unsere Zeit geführt wird. Dabei lautet dieser alte Satz des Hippokrates, des ersten großen Arztes, eigentlich: „Wer heilt, tut recht!“ Und das ist viel sinnvoller, denn dann geht es gar nicht mehr darum, wer mit seiner Methode Heiler oder Scharlatan ist, sondern es geht darum, dass die gelobt und geschätzt werden, die sich um die Heilung aller Menschen bemühen. Und das – das darf hier nicht vergessen werden – ist ein urchristlicher Auftrag: „Heilt Kranke!“

Also los: Lasst uns um die kümmern, denen es nicht gut geht, die krank sind, von Ängsten geplagt werden, die nicht zurecht kommen in dieser Welt oder so einsam, dass sie quasi vor die Hunde gehen. „Wer heilt, tut recht“, das ist kein Streitsatz zwischen Schul- und Alternativmedizin. „Wer heilt, tut recht“, das ist ein Aufruf an alle Menschen, sich um die zu kümmern, denen es nicht gut geht. Und auch wenn ich weder eine praktizierende Ärztin, noch ein katholischer Heiliger bin, so bleibt mein Auftrag als Christ, doch das mir mögliche zu tun, dass alle heil werden.

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