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Kirche in WDR 4 | 16.07.2019 | 08:55 Uhr

Wer isst, ist politisch.

Guten Morgen, der Tacho ist auf hundertzehn, langsam ziehe ich an dem riesigen Laster vorbei. Es ist ein Schweinetransporter. Durch die Vergitterung kann ich die Tiere erkennen. Dicht gedrängt fahren sie ihrer Schlachtung entgegen. Ich habe Mitleid mit den Tieren. Stelle mir vor, wie es wohl wäre, wenn ich als Schwein da drin säße. 

Sicher: Als Christ ist für mich alles erlaubt. Ich muss auf nichts verzichten. Ich kann das essen, was mir schmeckt. Ohne Reue. Ohne schlechtes Gewissen.

Aber ich weiß auch:  Alle Tiere sind Geschöpfe Gottes, nicht nur – wie in manchen Kulturen - die Kühe. Weil sie Lebewesen sind und zur Schöpfung gehören, wie wir Menschen auch. Tiere haben eine Würde.

Viele Menschen spüren: So wie ich mich in Sachen Ernährung verhalte, passt das nicht zusammen mit meinem christlichen Glauben oder meinen ethischen Grundsätzen. Wie lebe ich so, dass ich unbefangen dankbar für meine Nahrung sein kann? Was ich esse, das ist heutzutage eben keine private Angelegenheit. Wer isst, der ist politisch!

Tiere sind zwar juristisch gesehen keine Personen. Sondern Sachen. Aber ihre Würde ist in unserem Land nur bis zu einem gewissen Grad antastbar. Wenn man nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen will. Es ist verboten, Tiere zu quälen. Es gibt tausendundeine Bestimmungen und Regeln, wie Tiere zu halten sind, wie sie zu transportieren sind, wie sie zu schlachten sind und wie viel Antibiotika sie allerhöchsten fressen dürfen. Würden alle diese Bestimmungen wirklich eingehalten, dann wären wir schon einen Schritt weiter!

Und ich bin den Tierschützern und Journalisten dankbar, dass sie immer wieder klar machen und aufdecken, wie und wo die Rechte und die Würde der Tiere verletzt werden. Wo ich mich, wo sich die Gesellschaft an den Mitgeschöpfen schuldig macht – aus Geldgier.

Es darf kein „Weiter so!“ geben, wenn es um die Tiere als unsere Mitgeschöpfe geht.  Alle Tiere sind heilig. Sie haben alle ihre eigene Würde, weil sie Geschöpfe Gottes sind, wie wir Menschen auch. Sie kommen von Gott her. Wie wir. Und: Sie sind gut. Also lasst sie uns auch gut behandeln.

(Ende WDR 4 und Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Gott mit Ihnen an diesem Tag- das wünscht Ihnen Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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