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Kirche in WDR 3 | 05.07.2021 | 07:50 Uhr

Workaholic

 

Guten Morgen! - Heute ist der Tag des „workaholic“. Einer dieser kuriosen Gedenktage, die es so gibt – diesmal für alle Arbeitssüchtigen.

 Und ich musste an Martha denken…Kennen Sie nicht? Ob sie arbeitssüchtig war – das weiß ich nicht.

Jedenfalls ist sie die Aktivere jener zwei Schwestern, von der die Bibel erzählt, genauer: das Lukasevangelium (Lk 10, 38-42).

Sehr unterschiedliche Schwestern müssen sie gewesen sein: Martha hatte immer etwas zu tun. Sie schmiss den Haushalt,

bewirtete die Gäste und kümmerte sich wahrscheinlich um alles.

Zumindest einmal aber, wollte sie wohl auch alles hinschmeißen. Die biblische Martha ist die Kümmerin – Ihre Schwester Maria dagegen

ist da ganz anders: Sie ist eher nachdenklich und besonnen.

Sie nimmt sich Zeit zuzuhören und, als der berühmte Rabbi aus Nazareth die beiden einmal besucht, da weiß sie nichts Besseres zu tun

als sich wie ein Thoraschüler zu Füßen des Lehrers niederzulassen, was zu ihrer Zeit für Frauen gar nicht vorgesehen war.

Das allerdings bringt die geschäftige Martha in Rage: Sie protestiert, sie beschwert sich bei ihrem Gast und verlangt, dass auch

ihre Schwester gefälligst mal mit anfasst, um ihn zu bewirten.

 Doch Rabbi Jesus reagiert ganz anders, als sie erwartet hatte: Er gibt Maria recht und meint, sie habe „das Bessere“ erwählt.

Martha geht in ihrer Hausfrauenrolle auf und vielleicht manchmal sogar als Person unter. Ihre eigenen Bedürfnisse

stellt sie wohl oft zurück, nur um zu tun, was sich als Frau gehört. Maria dagegen will die Chance nutzen, um dazuzulernen,

um Gott und die Welt besser zu verstehen. Sie fällt damit als damalige Frau aus der Rolle, doch das gefällt offenbar dem besonderen Gast.

In Maria und Martha begegnen uns zwei Seelen, die vielleicht in so mancher Brust wohnen: von Frauen wie von Männern.

Es hilft ja auch nicht weiter, wenn sich niemand mehr um die alltäglichen Dinge kümmert und alle unbekümmert in den Tag hineinleben.

Arbeit und Muße: beides ist wichtig - aber alles zu seiner Zeit! Nur: dass der Workaholic sich gerade nicht mehr die Zeit zum Ruhen,

Rasten und Bedenken nimmt - vielleicht weil er es gar nicht mehr kann. Er sieht die Stoppschilder und Rastplätze am Straßenrand nicht,

sondern rast vorbei, bis er aus der Kurve getragen wird oder erschöpft am Weg liegenbleibt.

Maria dagegen wusste, was an der Zeit war; was die Stunde geschlagen hatte, als der Rabbi aus Nazareth in ihr Haus kam:

Zuhören, sich ansprechen lassen, in Beziehung treten. Bis heute gibt es Entschleunigungsschilder nicht nur an Straßen,

sondern auch im Kalender: es sind der Sonntag, die Feiertage oder auch Ferien, wie sie heute in NRW beginnen.

Mal runterschalten, runterfahren, aus der Rolle fallen, in sich hineinhören und dem anderen neu zuhören -

so erwählen auch wir von Zeit zu Zeit einen „besseren Teil“. Etwas, das sich zu anderen Zeiten dann durchaus

als neue Energie oder Kreativität bemerkbar machen kann. In diesem Sinne: Achten Sie auf sich und auf das, was für Sie

gerade an der Zeit ist, an Tun oder auch an Gelassenheit, damit der heutige Tag für Sie ein guter wird

Das wünscht Ihnen Pfr. Jürgen Martin aus Köln.

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