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Kirche in WDR 2 | 05.05.2021 | 05:55 Uhr

Worte

„Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“

Kein Satz aus der katholischen Messliturgie berührt mich so, wie dieser eine Satz.

Ein Satz aus der Bibel, ursprünglich gesprochen von einem römischen Offizier, der sich an Jesus wendet und für seinen erkrankten Diener um Hilfe bittet.

Ich will dich gar nicht aufhalten, du brauchst auch keinen Umweg zu machen.

Sprich nur ein Wort, im Vorübergehen sozusagen, beiläufig.

Nur ein Wort – das reicht schon!

 

Worte haben Macht.

Worte können heilen.

 

„Halten Sie bloß Ihre Klappe“, sagt mir mein Anwalt bevor wir den Gerichtssaal betreten. „Diese Dinge sind kompliziert, da muss man auf jedes Wort achten! Wenn Sie da wieder etwas Unbedachtes, so aus dem Bauch heraus äußern – dann gute Nacht!“

 

Worte können verändern.

 

„Wie kannst du so was sagen! Noch ein Wort mehr und ich hau dir eine rein!“

Aber das ist doch die Wahrheit, möchte ich noch einwenden, aber es kommt postwendend: „Das interessiert mich überhaupt nicht! Noch ein Wort und du fängst dir eine!“

 

Worte können zerstören.

 

Sie sagt mir an der Haustür: Bitte – er weiß nicht, wie es um ihn steht. Bitte beunruhigen Sie ihn nicht. Er sagt mir beim Verabschieden: Jetzt wissen Sie ja, wie es um mich steht. Aber sagen Sie bitte meiner Frau nichts – es würde sie umbringen, es zu wissen.

 

Worte könnten befreien – wenn sie gesagt würden.

 

Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Mein Glaube ist Selbstbetrug, mein Gebet Selbstgespräch, wenn ich nur mir selbst zuhören müsste.

 

Der Narrativ vom Kampf der Kulturen ist so alt wie die Menschheit selbst.

Den Juden Jesus und den heidnischen Römer trennen Welten.

 

Der römische Offizier ist kein Christ, kein Nachfolger Jesu.

Er ist Vertreter der Besatzungsmacht in Israel.

Seine Worte haben Macht – seine Befehle werden befolgt.

Aber er spürt, dass jenseits seiner Befehlsgewalt das Wort eines anderen gilt.

Ein Wort, dem er vertrauen kann.

 

Und Gottes Antwort ist nicht jüdisch oder heidnisch,

nicht katholisch oder evangelisch.

Denn es geht um den Glauben, das Vertrauen.

 

Wenn ich, wenn wir den Christen anderer Konfessionen vertrauensvoll begegnen,

wenn wir in den Menschen anderer Religionen gläubige Beterinnen und Beter entdecken, die Gott fürchten und das Richtige tun,

dann entsteht ein Moment der Heilung – für uns und für die Welt.

Die richtigen Worte zur richtigen Zeit können heilen, verändern, befreien

und Gräben überwinden.

 

Das sind die Worte, die Seelen gesunden lassen.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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