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Kirche in WDR 4 | 07.08.2019 | 08:55 Uhr

Der Herr ist mein Briefträger

 Der Herr ist meine Briefträgerin.

Ja, stimmt – Sie haben das anders im Ohr: der Herr ist mein Hirte, heißt es in der Bibel. Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir mangeln. So fängt der bekannte Psalm 23 aus dem Alten Testament an. Ein schönes Bild, eingeprägt ins Gedächtnis von vielen, ob sie an Gott glauben oder nicht. Als dieses berühmte Gebet entstanden ist, war das mit dem Hirt und den Schafen ein ziemliches Alltagsbild. Die gab es ja überall: Schafe. Hirten. Heute ist das eher selten, auch wenn natürlich bei uns immer mal wieder Schafe in Begleitung von Menschen und Hunden unterwegs sind. Und da habe ich mich mal gefragt: Wie könnte dieser Psalm heute klingen? Mit einem Alltagsbild aus unserer Zeit? Mir ist da eine Berufsvertreterin eingefallen, die über Jahre hinweg die verlässliche Zustellerin all meiner Post war, bis ich umgezogen bin. Deswegen:

Für mich ist Gott kein Hirte. Für mich ist er Briefträgerin.

 

Gott bringt mir die Post vorbei wie meine Briefträgerin, die jeden Tag mit dem Rad unterwegs ist. Was nicht in den privaten Briefkasten passt bringt sie einfach ins Büro am Ende der Straße. Gott kennt mich mit Namen, hat immer ein Lächeln oder ein freundliches Wort übrig und strahlt vor guter Laune, egal wie schwer sie es selber grad hat, wie schlecht bezahlt ihr Job ist, und was für traurige Nachrichten sie zuweilen auch ausliefern muss. Manchmal wird sie sogar von den Menschen noch für diese Nachrichten verantwortlich gemacht, obwohl sie es nicht ist.

So ging es mir zwischendurch auch. Im Kasten fand ich schlechte Nachrichten, Todesanzeigen, Enttäuschungen und diese Mutlosigkeit, die wir alle manchmal abonniert zu haben scheinen. Wer schickt so was los, wer tut es in ein Kuvert und schreibt meinen Namen drauf?

Du Gott jedenfalls nicht, hab ich inzwischen gelernt, andere Menschen vielleicht, oder es ist einfach da.
Toll ist jedenfalls: Gott lässt mich nicht damit allein, du, Gott, stellst das Postfahrrad kurz ab, fragst, wie es mir geht und legst eine Postkarte mit bunten Marken und schönen Stempeln in meine Hand. Du erinnerst mich daran, dass die Welt größer und bunter ist als Rechnungen und Reklame. „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht“ und „muss ich manche Hiobsbotschaft ertragen“: ich fürchte kein Unheil. Denn Du bist zuverlässig bei mir, mein Gott, meine Briefträgerin, mein Hirte. Ok, nicht am Samstag, da hast Du Ruhetag…aber das ist ein anderes Thema.

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