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Kirche in WDR 2 | 28.01.2019 | 05:55 Uhr

Zurück zu Gott

Sicherlich kennen Sie das auch. Sie treffen sich mit Ihrer Freundin im Café– alles ist ganz nett. Gut siehst Du aus, sagt sie. Schöner Pulli! Ist der neu?

Und zu der Bedienung: Zwei Cappucino – bitte.

Sie sitzen und lächeln. Die Freundin redet über das Wetter und die Arbeit und die Kinder. Alles im Telegrammstil. Oder wie heißt das heute? Im Stil einer Kurznachricht. Sie werden unruhig, rutschen auf ihrem Stuhl hin und her. Versuchen herauszufinden, wieviel Platz ihre Freundin heute für sie hat. Ob sie wirklich da ist oder nur halb oder gar nicht.

Ich meine, ist doch eine berechtigte Frage. Manchmal trifft man sich mit Menschen, die sind gar nicht da. Die sind irgendwo anders. Oder verschwunden im Nirgendwo. Und die kommen auch gar nicht zurück. So viele Cappucinos kann man gar nicht trinken, bis die mal wieder auftauchen.

Natürlich kennen Sie das. Und ich kenne es auch. Und dann frage ich mich:

Soll ich oder soll ich nicht. Soll ich ihr wirklich heute von meinem Problem erzählen. Dann denke ich: Ok, ich mache es. Ich gebe ihr noch eine Chance. Weil: Wir sind doch schon so lange befreundet. Und dann tue ich es: Ich erzähle von meinem Problem. Es ist wirklich was Ernstes. Nichts Lebensbedrohliches. Aber ich mache mir große Sorgen.

Und was macht sie – die Freundin? Könnte übrigens auch ein Mann sein. Das kenne ich auch von Männern. In Sekundenschnelle schnappt sie ein Stichwort auf – zum Beispiel Kind oder Mutter oder Ehepartner – Krankheit oder Arbeit – und beginnt zu erzählen und hört nicht mehr auf. Rein assoziativ, was ihr gerade zu dem Stichwort einfällt. Es kann auch ein Problem sein – sagen wir mal ein Problemchen.

Und was passiert mit mir? Ich bin plötzlich raus und ärgere mich – natürlich am meisten über mich selbst. Warum mache ich immer den gleichen Fehler, ich Idiot. Hätte ich es – das Problem – doch für mich behalten. Hastig trinke ich meinen zweiten Cappucino. Und will nur noch weg.

Und manchmal ist es bei ihm auch so – bei Gott. Er ist nicht da, weil ich nicht da bin. Weil ich unterwegs bin im Irgendwo oder Nirgendwo. Was dann hilft ist anzukommen. Bei mir. Eine Unterbrechung. Mitten im Alltag. Ein Gebet. Eine kleine Wahrnehmungsübung. Wo bin ich. An meinem Schreibtisch, in der Schwebebahn, im Wartezimmer. Was ist um mich herum. Wie würde ich es beschreiben. Wo bin ich inmitten von. Wie geht es mir. Was sagt mein Körper, die Gefühle, was sagen sie. Und dann komme ich zurück – ganz langsam - zu mir. Und bestenfalls zu Gott. Weil: Er ist da – sieht mich – meine Falte auf der Stirn, die Augenringe. Mein schweres Herz. Er nimmt mich, so wie ich bin. Ich fühle mich verstanden. Auch ohne Worte. Von Gott.

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