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Kirche in WDR 2 | 25.08.2016 | 05:55 Uhr

Brombeermarmelade

Eigentlich sollte ich jetzt einfach Brombeermarmelade einkochen. Das steht grad an. Die Hecke mit den schwarzen Beeren biegt sich schon. Und ich liebe Brombeermarmelade.

Aber so vieles steht grad auch an. Die Welt taumelt von Eilmeldung zu Eilmeldung. Blutvergießen an allen Ecken. Und was noch genau vor einem Jahr Deutschland bewegte, die Flüchtlingsfrage, selbst das kocht gerade nicht mehr hoch. Dabei sterben wieder massig Flüchtlinge im Mittelmeer, seit die Balkanroute zu ist. Und dann gärt da die Sache mit dem Fremdenhass. All das macht mich unruhig, wütend, traurig. Was ich in den letzten Jahren lange nicht mehr kannte, beschleicht mich: eine Angst, wie die Welt für meine Nichten, Neffen und Patenkinder aussehen könnte.

Also doch besser: Brombeermarmelade statt Balkanroute? Das Schöne im Leben einkochen in der Hoffnung auf bessere Tage? Ich finde es wahnsinnig schwierig, mit all dem zu leben, ohne mich zu verkriechen. Aber: Ich setz mich auch nicht hin, heule, und red und denk an nichts anderes mehr als die durchaus besorgniserregenden Krisen in diesen Tagen. Der Kopf im Sand wäre eine Kapitulation. Umso mehr will ich – auch aus Protest gegen diese Krisen - mein Leben nicht ausschließlich von diesen bestimmen lassen. Andere mögen mehr Kraft haben für aktiven Protest, für den Aufschrei. Die hab ich grad nicht. Ich muss mir eingestehen, dass ich mit meiner Kraft haushalten muss. Wenn ich es schaffe, bei alledem in meinem Urteilen und Handeln ein anständiger Mensch zu bleiben, dann ist das schon viel in diesen Zeiten. Dazu gehört für mich, den Mund aufzumachen, wenn fremdenfeindliche Reden geschwungen werden. Und die Augen aufzuhalten, wo ich im Alltag gefragt bin, Stellung zu beziehen. Denn was ich verändern kann, das ist und bleibt mein Umfeld.

Und zu meinem Umfeld gehören eben auch die Brombeeren im Garten. Warum also nicht aus denen Marmelade machen – nicht nur für mich, sondern auch für Freunde und die Familie. Und zu Beeren und Zucker meine Hoffnung mit haltbar machen, dass es eine gute Zukunft für mehr als mich und meine kleine Welt geben kann.

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