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Kirche in WDR 2 | 23.11. 2018 | 05:55 Uhr

Das Unwort des Jahres 2018

Wie wäre es mit Asyltourismus? Ich meine jetzt als Unwort des Jahres 2018? Zu verdanken haben wir diese Wortschöpfung dem CSU-Mann Markus Söder. Asyltourismus. Was für ein Wort!

Bis zum Ende des Jahres können auch Sie Vorschläge einreichen für das Unwort des Jahres. Und zwar beim Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt. Es rügt Schlagworte, die gegen die Menschenwürde verstoßen oder gegen Prinzipien der Demokratie. Markus Söders „Asyltourismus“ erfüllt direkt mehrere der Kriterien. Sein Begriff ist menschenverachtend, diskriminierend und irreführend.

Und es gibt noch einen anderen Begriff, der diesen Titel verdient hat - Unwort des Jahres. Er ist getarnt als Ausdruck von Vernunft, hat aber eine verheerende Wirkung. Es ist das Wort „Illusion“.

„Dass der Hambacher Forst gerettet werden kann, ist eine Illusion“, sagt RWE Chef Rolf Martin Schmitz. Was er meint: Es wird keinen Kohleausstieg geben. Der Kohleausstieg ist also eine Illusion.

Ein Satz, der mir durch Mark und Bein geht. Ich wohne selbst nah an einem Braunkohleloch. Ich kenne hier viele, die seit Jahrzehnten für das kämpfen, was der RWE Chef als Illusion bezeichnet: für den Erhalt der Heimat, den Klimaschutz, die Bewahrung der Schöpfung. Aber auch unabhängig von der Diskussion um die Braunkohle finde ich das Wort Illusion ein Unwort.

„Mach dir da mal keine Illusionen“, ein Satz, der manches Beziehungs-aus begleitet. Oder den man zu hören kriegt von den Älteren, wenn man seine neusten Pläne unterbreitet. „Mach dir da mal keine Illusionen.“ Nach dem Motto: „Mach dir mal nichts vor. Das wird doch eh nichts.“

„Mach dir mal keine Illusionen“ - ein Satz, der Wünsche und Ideen wegwischt, der einen ausbremst. Ganz schnell und ganz brutal.

„Illusionen sind falsche Vorstellungen von der Wirklichkeit“, erklärt dann auch das Wörterbuch, „trügerische Hoffnungen“. Nur - wer definiert sie eigentlich, die richtigen und die falschen Vorstellungen von der Wirklichkeit? Wer legt fest, was möglich ist? Wer hat das Recht, die Ziele anderer abzuwerten? Und wie kurz ist der Weg von der Desillusionierung hin zum Gefühl von Ohnmacht, hin zur Überzeugung „Ich werde ja doch nicht gehört und schon gar nicht ernst genommen“.

Der Hambacher Forst wird nicht gerodet – erst einmal. Wie es weitergeht, ist offen. Aber etwas macht Hoffnung. Das Ringen um die Zukunft des Waldes und der betroffenen Dörfer ist längst Teil einer größeren Debatte. Zehntausende gehen auf die Straße - für alternatives Leben und neue Technologien aber auch gegen Rassismus. Menschen, die selbst entscheiden wollen, worauf sie ihre Hoffnung setzen, in welcher Welt sie leben wollen und was einmal Wirklichkeit werden soll. Gott sei Dank!

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