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Kirche in WDR 3 | 19.11. 2018 | 07:50 Uhr

Dein Name

Guten Morgen;

ob es daran liegt, dass ich nun wirklich älter werde…? Obwohl - mit dem Problem habe ich schon lange zu kämpfen – ich kann mir Namen so schlecht merken. Zum Beispiel die der Konfirmanden. In meinem letzten Unterrichtsjahrgang war ein sehr aufgeweckter, kluger Junge. Ich dachte immer er heißt Florian. So manches Mal, wenn ich ihn im Unterricht dran nehmen wollte, hat er mich mit nicht enden wollender Geduld korrigiert: „Fabian“, sagte er dann, „wenn Sie mich meinen, Herr Helling, ich heiße Fabian!“ Als Fabian in diesem Jahr konfirmiert wurde, habe ich ihn mit dem richtigen Namen angesprochen.

Für mich ist Fabian zu einem Sinnbild geworden, wie Gott mit uns Menschen umgeht. Auch Gott bringt mit einer nicht enden wollenden Geduld seinen Namen in Erinnerung. Dabei haben wir Menschen schon so vieles unternommen, damit der gute, heilige Name Gottes auf der Erde vergessen wird. Ich denke dabei gar nicht so sehr an die Atheisten und Humanisten mit ihren Aktionen wie einem Doppeldecker-Bus mit der Aufschrift: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.“

Viel einschneidender ist für mich in diesem Zusammenhang, wie sich die Kirchen selbst verhalten. Gerade da, wo Gottes Name besonders geehrt, geheiligt werden sollte – gerade da ist er oft, viel zu oft geschändet und verraten worden. Das hat schon im Jüngerkreis Jesu angefangen. Als es im Zuge der Verhaftung Jesu brenzlig wurde und der Apostel Petrus nach seinem Verhältnis zu Jesus gefragt wurde – da hat er nur gesagt: Den kenne ich nicht!

Bei wie vielen Übergriffen oder Unterlassungen der kirchlichen Entscheidungsträger kann man nur sagen: Die kennen Gott ja gar nicht. Wenn im Namen Gottes Andersgläubige oder Andersdenkende verurteilt oder gar vernichtet worden sind – dann kann man doch nur sagen: diese Kirchenleute kennen Gott gar nicht – auch wenn sie ständig den Namen Gottes im Munde führen. Wenn Verantwortliche in den Kirchen die sexuellen Übergriffe und Grenzverletzungen von kirchlichen Mitarbeitern decken und vertuschen, dann wird Gottes heiliger Name mit Füßen getreten. Keine Loyalität zur Kirche kann solch ein Verhalten rechtfertigen.

Ob Jesus das alles schon geahnt hat? Wie unglaubwürdig seine Leute an vielen Stellen dastehen werden…?! Es ist doch kein Zufall, dass die erste Bitte des wichtigsten Gebets, das er seinen Jüngerinnen und Jüngern mitgibt lautet: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Mit Gottes Namen verbindet sich Gottes Art, sein Wesen, sein Wille. Wenn ich Gott als „Vater“ anspreche, ist klar: Hier bist du zu Hause. Du und alle anderen Menschen auf Erden sind Geschwister. Ihr habt untereinander ein Verhältnis, wie in einer Familie, wo man sich aufrichtig sagt, was einem wichtig ist. Ein Verhältnis also voller Vertrauen, Großzügigkeit und Weite. Missgunst, Rechthaberei und Enge sollten in den Kirchen Fremdworte sein. Und zum Glück gibt es auch immer wieder Menschen, die diese erste Vaterunser–Bitte „geheiligt werde dein Name“ ganz ernst nehmen.

Für diese Leute gibt es nichts Wichtigeres, als dass Gottes Name auf eine gute und angemessene Weise bekannt gemacht wird. Es ist eine Wohltat, solchen Leuten zu begegnen. Das wünsche ich Ihnen für heute.

Ihr Eberhard Helling, Pfarrer in Lübbecke.

(1) Viele Gedanken dieser Sendewoche habe ich dem Buch entnommen: Walter Lüthi, Das Unservater – eine Auslegung, Basel, o. J..

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