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Kirche in WDR 3 | 27.11. 2018 | 07:50 Uhr

Dommoment

Für wen wurde eigentlich der Kölner Dom gebaut? Das frage ich mich schon Mal, wenn ich ihn auf dem Heimweg von einem Termin als Abkürzung zum Kölner Hauptbahnhof nehmen will. Und dann schon weiß, dass ich wahrscheinlich einen Zug später nehmen muss. Denn im Dom bleibe ich immer hängen. Grad auch jetzt in der dunklen Jahreszeit. So muss ich doch mal nachgucken gehen, ob es nicht vielleicht doch ein wenig Sonnenschein gibt, der durch das große Richterfenster im südlichen Querschiff dessen bunten Farben auch im November auf die Innenwände des Doms malt.

Und was ich dann auch gerne mache: Dann setz ich mich hin und atme durch und guck dem großen Strom an Leuten zu, die den Dom tagsüber in der Woche bevölkern. Und, ich gebe es zu, ich mag auch diesen ganz besonderen Geräuschpegel, den der Dom mit lauter Touristen drinnen hat. Ich genieße dann die Vielfalt der Menschen, die den Kölner Dom häufig zum ersten- oft auch zum einzigen Mal in ihrem Leben sehen. 6 Millionen Besucher kommen jedes Jahr. Weil er nun mal eine der drei TOP-Sehenswürdigkeiten in Deutschland ist und wirklich staunenswert. Ich guck mir das Staunen auf den Gesichtern an, ich mag diese Mischung aus „muss jetzt wohl sein“ und „ist ja doch auch ganz eindrucksvoll“ in den Minen von Jugendlichen. Ich liebe die Vielfalt an Kulturen und Religionen, die man den Besucherinnen und Besuchern manchmal ansieht. Ich mag die großen Kameras und die Selfiesticks. Ich mag, dass Menschen auf Details achten oder ein Beweisfoto machen möchten: Ich war wirklich hier. Ich mag es, wenn ganz kleine Kinder, die das mit dem aufrechten Gang grad angefangen haben zu kapieren, durch den Umgang der Chorhalle wackeln.

Keine Frage, der Dom ist geschäftig in solchen Stunden – nicht zu vergleichen mit den frühen Morgenstunden, wenn die Gläubigen zum Gebet in eine der Seitenkapellen kommen. Wenn der Dom eine Art heilige Ruhe atmet. Die müssen Sie nicht suchen, wenn er voll ist mit Besuchern, die auch mal laut sind. Aber die Betriebsamkeit im Kölner Dom empfinde ich trotzdem immer noch einmal anders als im nahegelegenen Hauptbahnhof. Der Hauptbahnhof ist von der Zeit getaktet, die der Fahrplan vorgibt. Der Dom hat seine eigene Taktung – oder gerade auch keine. Und gerade weil der Dom fast keine Taktung vorgibt, macht das etwas mit den Menschen, die ihn besuchen. Vielleicht sehe ich deshalb so gerne den Menschen zu im Kölner Dom.

Und bei all dem, was ich da sehe, frage ich mich: Für wen wurde dieser Dom gebaut? Für den Kardinal? Für die Katholiken? Für die Tagestouristen aus Fernost?

Theologisch korrekt wäre sicher jetzt zu sagen: Der Dom ist gebaut zur höheren Ehre Gottes. Würde ich im Domkapitel fragen, bekäme ich sicher diese Antwort mit der „höheren Ehre“. Aber: was ist die Ehre Gottes? Hier hatte der Kirchenvater Irenäus von Lyon im 2. Jahrhundert eine für mich treffende Antwort. Irenäus hat einmal gesagt: Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.

Dass dieser Satz für viele Besucherinnen und Besucher des Domes keine Rolle spielt, das ist mir klar. Aber mir bedeutet er etwas - ganz tief, in meiner theologischen Taktung. Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch. Und das heißt für mich: Ihr alle, ihr seid willkommen.

Einen guten Tag – in welcher Taktung auch immer – wünscht Ihnen Susanne Moll… aus Aachen… wo es übrigens auch einen sehr schönen Dom gibt.

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