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Kirche in WDR 4 | 30.01.2016 | 08:55 Uhr

Flussbiegungen

Vom Flugzeug aus sah ich vor einiger Zeit einen Fluss. Ich habe gestaunt, wieviele Umwege er macht, um zum Ziel zu kommen. Kurve um Kurve mäandert er durch die Landschaft. Von oben sieht das ja ganz malerisch aus. Aber natürlich sorgt das gerade am Flussufer für Probleme: Dieser Fluss ist eine schwer kontrollierbare Grenze. Leute wohnen ganz schön weit weg, obwohl sie nur am anderen Flussufer wohnen! Wenn es kein Fähre und in der Nähe auch keine Brücke gibt, kann es sein, dass man Stunden braucht, bis man die hundert Meter, die es per Luftlinie wären, überwunden hat.

Verständlich also, dass die Menschen seit Jahrhunderten immer wieder planen und es oft ausgeführt haben, Flüsse zu begradigen. Weg mit den Kurven, die der Fluss macht. Besser soll der Flusslauf eine direkte Strecke nehmen. Hier lassen sich viel besser Brücken bauen, Straßen und auch Zugstrecken werden kürzer.

Aber auch das birgt Gefahren. Das wissen alle, die in hochwassergefährdetem Gebiet leben. In den Verlauf von Flüssen einzugreifen, kann leidvolle Folgen haben, wenn Schneeschmelze und viel Regen zusammenkommen.

Dazu bringen längere Flusswege mehr Wasser an mehr Orte, also auch mehr Fruchtbarkeit an die jeweiligen Ufer. Längere Flusswege sind also nicht nur malerisch von oben anzusehen, sondern haben oft auch ihren Sinn. Selbst wenn es auf den ersten Blick praktischer erscheint, sie zu begradigen.

Längere Flusswege sind wie Umwege im Leben, die einem sinnlos erscheinen, aber im Rückblick neue Einsichten eröffnen. Natürlich können diese Umwege quälend lang erscheinen und gerade die Mitlebenden würden oft allzu gern so einen mäandernden Lebensweg begradigen wollen. Manchmal auch ohne Rücksicht auf den, der ihn geht. Aber je älter ich werde, desto mehr sehe ich den Sinn in den Flussbiegungen des Lebens. Sich Umwege und Abschweifungen zu erlauben, erweitert den Horizont und gibt mehr Möglichkeiten, Interessantes zu erleben, als auf dem kürzesten Weg. Bei einigen Menschen rächt sich sogar ihr zu gerader Lebensweg, wenn die ersten Fluten kommen, die ersten Einschnitte im Leben. Dann geraten sie völlig aus dem Ufer. Daher gilt es, gut zu schauen, ob nicht gerade in den vermeintlichen Umwegen des Lebens auch etwas Gutes steckt.

Das Symbol eines Flusses mit vielen Biegungen findet sich in meiner christlichen Tradition manchmal auch auf Taufsteinen in Kirchen. Ich finde das ein schönes Bild: Auch die Verschlungenen Wege sind gesegnet. Dass Sie heute zufrieden ihren Weg gehen können, über Brücken oder an langen Flussbiegungen entlang, wünscht

Susanne Moll aus Aachen.

Copyright Vorschaubild: Fluss Gabriel Crispino Terra CCBY 2.0 flickr

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