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Choralandacht | 17.10.2015 | 07:50 Uhr

Meine engen Grenzen (eg 600)

Musik 1 (1. Strophe) „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich. Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich. Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.“

Autorin: Dieses Lied schrieb der Liedermacher Eugen Eckert 1981. Er ist Musiker und arbeitet als Pfarrer und Seelsorger sowohl in der Fußballarena in Frankfurt am Main, als auch in der Studierendengemeinde. Einer mit Lebens- und Berufserfahrung etwa mit Menschen, die nur vom Existenzminimum leben oder Gruppen, die gesellschaftlich ausgegrenzt sind. Einer, der in seinen Texten und Liedern vom Leben erzählt. Auch von eigenen Erfahrungen.

Musik 2 (1. Strophe) „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich, Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich…

Autorin: „Da stoße ich an meine Grenzen“. So erlebe ich das manchmal. Die Grenzen des Verstehens, meines Könnens, meiner Toleranz, meiner Geduld. Da komme ich an die Grenze dessen, was ich ertragen kann, was tatsächlich „hart an der Grenze“ ist. Es gibt auch Grenzen des Möglichen und Machbaren. Meine eigenen Kräfte sind begrenzt und irgendwann stoße ich an die Grenze meines eigenen Lebens.

Zugleich werden Grenzen überschritten. Solche, die kaum mehr wahrnehmbar sind. Schallgrenzen, Schamgrenzen, Grenzen der Belastbarkeit von Mensch und Natur, Grenzen von Raum und Zeit, Grenzen des Wachstums.

Musik 2 (instrumental – Vorspiel)

Autorin: Das Lied sagt es direkt, ohne Umschweife: Wir haben Grenzen, uns plagt Ohnmacht, uns ist Zutrauen verloren gegangen. Da bleibt meine Sichtweise kurz. Beschränkt auf meinen Alltag, meine Arbeit, meine Verstrickungen und Sorgen. So erinnern Text und Melodie an ein Klagegebet.

Die Tonreihe führt zunächst von oben nach unten. Dort, wo Not und Klage am tiefsten sind. Danach steigt die Melodie wieder an und endet in der Höhe wie ein Ruf nach Gottes Erbarmen.

Musik 2 (Refrain) Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich.

Autorin: „Wandle sie in Weite“ – so bitte ich Gott. Ich möchte nicht festgelegt bleiben auf das, was ich immer schon gedacht, gesagt und getan habe. Das Bewährte, das Gemütliche, das immer Gleiche. Ich möchte mich öffnen können für neue Menschen, für neue Erfahrungen. „Gestaltungsspielräume“ nennt das Eugen Eckert, der Verfasser des Liedes. Er möchte immer wieder von Gottes Botschaft erzählen, „die dem Leben Weite geben soll“. (FAZ vom 06.07.2013)

„Wandle sie in Weite“ - manchmal höre ich die Worte wie ein Ruf derer, die auf unsere Grenzen stoßen. In unseren Herzen und Köpfen. In unserer Sorge vor Überfremdung und Unbekanntem.

Flüchtlinge auf dem Weg in ein besseres Leben. Ohne Sicherheit, Garantie und Zukunft. Waghalsig und ohnmächtig, gebeugt und gelähmt. Sie stranden an den Grenzen Europas. Kommen oft nicht an. Ihrem Wunsch nach Sicherheit, Frieden und Freiheit sind Grenzen gesetzt. Leidvoll, im Kampf ums bloße Überleben. Und auch ich fühle Ohnmacht und Hilflosigkeit angesichts der Bilder und Szenen in und auf dem Meer.

Musik 1 (2. und 3. Strophe) Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich. Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich. Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich. Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich. Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.

Autorin: Grenzen – Ohnmacht – Angst machen sehnsüchtig. Sehnsüchtig nach einem, der meine Ängste ernst nimmt, mich in meiner Begrenztheit annimmt, bei dem alle Ohnmacht ihren Platz hat.

Jesus Christus war so einer. Ein Grenzganger. Er hat die Grenze zwischen Menschen aufgehoben. Zwischen Frauen und Männern, zwischen Kranken und Gesunden, zwischen Fremden und Nachbarn. Ist selbst über die Grenze des Todes hinaus ins Leben auferstanden. Als Grenzüberwinder zwischen den Zeiten, zwischen Himmel und Erde.

Musik 1 (4. Strophe) Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.

Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich. Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.

Autorin: Der Refrain des Liedes ruft es uns zu. Aus Erfahrungen des Leids erwächst der Wunsch nach Weite; nach Stärke, nach Wärme und Heimat.

Sprecher: „Es geht nicht darum, Grenzen zu verschieben, sondern ihnen den trennenden Charakter für die Menschen zu nehmen.“

Autorin: hat Richard von Weizsäcker einmal gesagt. (in: Ders.: Von Deutschland aus. Reden des Bundespräsidenten, München 1987, S. 59) Dazu braucht es den Mut, bis an die Grenze, ja, über die eigene Grenze hinaus zu blicken und weiter zu gehen. In unseren Herzen und Köpfen. So wie in der Urlaubs- und Ferienzeit. Wenn wir längst innerhalb Europas entgrenzt von einem Land ins andere reisen. Da lassen wir Vertrautes hinter uns und erkunden andere Orte, andere Landschaften, andere Länder. Entdecken neue Eindrücke und Einsichten. Vielleicht erleben wir uns selbst auch anders, entspannter und gelöster, jenseits der Grenzen unseres Alltags.

Musik 3 (instrumental)

Sprecher (overvoice) „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein“

Autorin: singt Reinhard Mey in seinem bekannten Lied. Eine sehnsüchtige Sicht auf ein Leben jenseits aller Grenzen. In der Weite des Himmels, in grenzenloser Freiheit verlieren sich alle Ängste alle Sorgen. Wären plötzlich nichtig und klein, so träumt es der Sänger sich herbei. Ich höre darin auch den Ruf nach der Weite – wie es die erste Strophe herbeisehnt. In der Weite, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Musik 2 (1. Strophe) „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich. Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich. Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.“

Autorin: Grenzenlose Freiheit - kein Wunschtraum mehr. Es grenzt für mich noch immer an ein Wunder – die friedliche Öffnung der deutsch - deutschen Grenze. Wer heute durch Berlin schlendert, stößt manchmal auf eine schmale Linie mitten auf der Straße oder quer durch eine Grünfläche, zwei Pflastersteine breit. Hier war sie mal, die Grenze. Hier verlief die Mauer zwischen Ost und West. Längst ist die Stadt, das ganze Land ein gemeinsames Stück Heimat geworden. Für mich ist das ein starkes Zeichen: So konnen auch wir Grenzüberwinder sein. Klar, nicht immer gleich zwischen Völkern und Staaten. Aber wir konnen unsere eigenen Grenzen uberwinden, wenn wir den Blick heben und unser Herz öffnen. Für andere Menschen, für die Flüchtlinge, für neue Aufgaben, manchmal nur für eine andere Sicht aufs Leben.

Musik 2 (instrumental)

Musikinformation:

Musik, Nr. 1

CD-Name: Eingeladen zum Fest des Glaubens. 63 alte und neue Lieder für den Gottesdienst

Track/-name: 24 / Meine engen Grenzen

Komponist: Winfried Heurich

Texter: Eugen Eckert

Interpret: Chor und Solisten des Instituts für Kirchenmusik Mainz

Leitung: Mechthild Bitsch-Molitor

Label: Selbstvermarkter

LC-Nr.: Z4252

Verlag: Selbstvermarkter

Musik, Nr. 2

CD-Name: Wir vertrauen dir

Track/-name: 5 / Meine engen Grenzen

Komponist: Winfried Heurich

Texter: Eugen Eckert

Verlag: Verlag Singende Gemeinde, Wuppertal

Best.Nr.: CS 95202

Musik 3:

CD-Name: Best of Liedermacher (Karaoke Version), 2011

Track/-name:14 / Über den Wolken (Karaoke Version)

[Originally Performed By Reinhard Mey]

Komponist: Reinhard Mey

Interpret: Amazing Karaoke

Label: Amazing Karaoke

LC-Nr.:99999

Verlag:Amazing Karaoke

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