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Kirche in WDR 5 | 24.11. 2018 | 06:55 Uhr

Ort der Hoffnung

Guten Morgen,

kennen Sie auch einen Ort der Hoffnung? In unserer Stadt haben wir sogar einen wunderschönen. Mit drei Brunnen, die in Bruchsteinmauern eingefasst sind, schönen alten Bäumen, am Hang gelegen. Wenn Sie bei uns zum Ort der Hoffnung gelangen wollen, dann haben Sie ganz verschiedene Möglichkeiten: zunächst – natürlich – durch den alten Haupteingang. Aber der stammt aus den Zeiten, als man ausschließlich zu Fuß ging, deswegen wird er von den meisten nicht mehr benutzt. Dabei knarzt das große schmiedeeiserne Tor so schön, wenn man es aufdrückt. Der neueste Zugang liegt direkt an einer viel befahrenen Ampelkreuzung. Alles ist dort modern ausgebaut, Sitzgelegenheiten und Fahrradständer inklusive. Aber so recht wird dieser Zugang nicht angenommen – zu viel Unruhe in der Umgebung. Und es gibt den gut gepflasterten Weg, auf dem auch Fahrzeuge zum Ort der Hoffnung kommen können. Der wird am häufigsten benutzt. Und daneben gibt es wenigstens vier weitere, meist etwas versteckt liegende Tore, die man nur zu Fuß passieren kann.

So ist das wohl immer wieder: Jeder und jede nutzt den eigenen Zugang zum Ort der Hoffnung, dem Friedhof. Dabei – ist es nicht makaber oder gar zynisch, ausgerechnet den Friedhof als Ort der Hoffnung zu bezeichnen – da, wo schon so viele Hoffnungen begraben werden mussten? Die Hoffnung auf ein langes, gemeinsames, erfülltes Leben zum Beispiel. Die mussten die Familien schon vor vielen Jahren begraben, die für ihre gefallenen oder vermissten Söhne oder Väter Denkmäler errichten ließen. Die Hoffnung auf ein glückliches Miteinander mussten die Witwer und die Witwen begraben, die fast jede Woche die Gräber ihrer Liebsten aufsuchen.

Es ist eine Sache des Glaubens, einen Friedhof als Ort der Hoffnung zu bezeichnen. Der Glaube an den Vater im Himmel weiß sehr genau, wie dünn das Eis ist, auf dem er sich bewegt. Der Glaube hat nämlich immer wieder erfahren müssen, dass so vieles vergeblich ist, dass das, worauf man sich verlassen wollte, nicht gehalten hat, dass man wieder einmal eingebrochen ist.

Deshalb gründet sich dieser Glaube gerade nicht auf Erfahrungen der eigenen Lebensgeschichte. Der Glaube macht sich an der Geschichte Jesu fest, der gesagt hat: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Dieser Glaube weiß sehr wohl wie zerbrechlich unser Leben ist. Gerade darum betet er mit Jesu Worten: „Vater unser im Himmel – führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!“ Bewahre uns davor, dass wir angesichts des Todes kleinmütig werden. Erlöse uns von der Versuchung, dem Tod mehr Macht zu geben als dem Leben. Das Böse schnürt uns die Luft zum Atmen ab, es raubt uns jede Hoffnung. Lass das Licht der Hoffnung in unseren Herzen nicht erlöschen.

Als evangelische Gemeinde versuchen wir diesen Glauben auf unserem Friedhof zu stärken, indem wir Trauernde begleiten und mit ihnen fragen: Was bedeutet es für uns, dass Jesus sich selbst als Leben und Auferstehung bezeichnet. So versuchen wir diesen Ort zu einem Ort der Hoffnung zu machen.

Morgen öffnen viele evangelische Friedhöfe unter diesem Motto „Orte der Hoffnung“ ihre Tore. Mit Ausstellungen, besonderen Musiken in den Kapellen oder mit anderen Aktionen machen diese evangelischen Friedhöfe auf ihren besonderen Charakter aufmerksam:

Darauf, Orte der Hoffnung zu sein.

Ein gutes und gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen Ihr

Eberhard Helling, Pfarrer in Lübbecke.

Informationen zu Evangelischen Friedhöfen in NRW:

www.ort-der-hoffnung.de

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