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Kirche in WDR 2 | 31.10.2018 | 05:55 Uhr

Reformationstag

Heute ist Reformationstag. Bitte was? Genau! Sie haben richtig gehört: Reformationstag.

Vor 500 Jahren –am 31. Oktober 1517 ist etwas in Gang gekommen, was sich Reformation nennt. Und die hat wiederum zur Entstehung der evangelischen Kirche geführt.

Wie alles in Gang gekommen ist? Martin Luther hat im Oktober 1517 seine 95 Thesen veröffentlicht – eine umfassende Kritik an der katholischen Kirche. Insbesondere hat er den Ablasshandel kritisiert, die Möglichkeit, sich von seiner Schuld freizukaufen. Die revolutionäre Erkenntnis von Martin Luther lautet: Vergebung kostet nichts. Gott vergibt mir - einfach so.

Reformationstag – heute – ein halbes Jahrtausend später –was hat das mit mir zu tun?

Ich glaube viel. Denn: Schuld und Schuldgefühle kennt jeder. Wie damit umgehen? Martin Luther sagt: Gott nimmt mich an, so wie ich bin. Mit meiner Schuld. Er vergibt.

Und: Deshalb kann ich mir auch selbst vergeben. Gnädiger mit mir selbst sein.

Von Schuld redet man ja oft im Alltag.

Der Chef ist schuld an meinen Überstunden, der Nachbar an meinem Unkraut, der Mann an meiner Laune, die Ehefrau am Kontostand ... Hauptsache nicht wir selbst.

Aber oft genug fühlen wir uns schuldig. Ich frage: Wer kann Kinder erziehen, ohne sich ständig schuldig zu fühlen? Wenn sie als Baby schreien, wenn sie den Kindergarten doof finden, wenn sie schlechte Noten schreiben, den falschen Partner heiraten. Wer denkt nicht: Hätte ich damals das und das gemacht, dann wäre das heute nicht so schlimm mit dem ... was auch immer.

Und was ist mit ganzen Plastikmüll? Den in Folie geschweißten Bio Äpfeln? Den im Plastiknetz eingesperrten Zuccinis? Links liegen lassen und stattdessen mit dem Auto zum Biobauern fahren? 15 Kilometer auf´s Land? Und wieder Retour? Manchmal ist es gar nicht so einfach, schuldig wird man sowieso.

Oder die pflegebedürftigen Eltern? Viele fragen sich: Kümmere ich mich genug – habe ich sie jetzt abgeschoben – besuche ich sie oft genug? Ich frage: Gibt es ein genug, an sich kümmern, sorgen, begleiten? Bleibt nicht immer ein „Rest“ an Schuld von eigentlich müsste ich noch oder hätte ich doch damals?

Oder der Klassiker, wenn es um Schuld geht: Ehebruch und Scheidung. Natürlich der Liebe wegen. Mit Ende 40 oder 50. Wenn die Kinder groß sind. Endlich kommt der Richtige, die Richtige - jemand mit dem man reden kann – auch über Schuldgefühle.

Vergeben sich selbst und anderen, gnädiger mit sich selbst sein, die Schuld nicht immer nur bei anderen suchen – für mich hat das etwas mit heute zu tun. Mit dem Reformationstag 2018. Gott vergibt. Natürlich ist das kein Freifahrtschein für ab auf`s Sofa und nichts tun, aber wir sind eben nur Menschen. Und das mit der Schuld ist oft kompliziert. Gnädig sein – sich selbst und anderen gegenüber – hilft. Gott ist es auch.

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