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Kirche in WDR 5 | 17.11. 2018 | 06:55 Uhr

„Taborstunden für die Politik“

Ein Gespenst geht um in Europa, ein gefährliches Gespenst: der Populismus. Davor wird auch mir angst und bange. Doch was ist das eigentlich, Populismus? Für viele Menschen ist das Leben kompliziert geworden. Deshalb wollen sie einfache Antworten. Populisten greifen diese Ängste auf und schüren Wut. Zumeist haben sie gar kein eigenes Programm, sondern sie benutzen nur die allgemeine Angst, um Macht und Einfluss zu gewinnen.

Populisten sagen den Ängstlichen und Wütenden, wer an ihrer angeblichen Misere schuld ist. Nämlich die Fremden. So einfach ist das. Auf die komplizierten Weltprobleme gibt es jetzt eine ganz einfache Antwort: Die Fremden sind schuld! Wer nicht viel hat – weder im Herzen noch im Kopf –, der kann sich jetzt wenigstens noch etwas darauf einbilden, Deutscher zu sein.

Im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Und es steht auch drin, dass man Menschen, die woanders verfolgt werden, helfen muss. Selbstverständlich muss man über alles reden. Auch über womöglich begründete Ängste. In einer Demokratie jedoch findet man die Lösungen durch ehrliche Debatten und aufrichtige Kompromisse. Man behält dabei einen klaren Kopf, wenn man seine eigenen Grundlagen gut kennt. Ich meine deshalb, es wird Zeit für eine Besinnung. Eine Besinnung auf die Grundlagen der Gesellschaft. Auf das Grundsätzliche – das Grundgesetz. Wer daran kratzt, gehört nicht in die Politik!

Ich muss da an eine Geschichte aus der Bibel denken, an die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Jesus und seine Jünger sind gerade auf dem Weg nach Jerusalem. Also nach Golgota, zum Kreuz. Deshalb brauchen die Jünger geistlichen Proviant. Sie sollen erfahren, wer Jesus wirklich ist, und dass nach dem schweren Gang zum Kreuz auch der zum leeren Grab folgt. Deshalb dürfen sie Jesus sehen im Licht von Ostern. Sie hören, wie er mit Moses und Elias spricht. Und wie Gott zu Jesus sagt: Du bist mein geliebter Sohn. Dann ist plötzlich alles wieder wie vorher, und sie gehen mit ihm weiter nach Jerusalem. Die Verklärung auf dem Berg Tabor ist sozusagen eine Besinnung auf das Grundsätzliche: dass nämlich Gottes Liebe stärker ist als der Tod.

Was so eine Taborstunde – so nenne ich das mal – für unsere Gesellschaft bedeuten kann? Von oben hat man eine andere Perspektive. Man bekommt einen klaren Kopf. Perspektive ist lateinisch und bedeutet: Durchblick. Jesus schenkt seinen Jüngern den richtigen Durchblick. Damit sie das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden können. Damit sie Kraft haben für die Dunkelstunden des Lebens. Das Licht von Ostern scheint bereits in ihr Leben hinein.

Glauben heißt für mich, diese neue Perspektive zu gewinnen. Die Dinge einmal von oben sehen, in einem anderen Licht. Sozusagen grundsätzlich. Petrus will den Augenblick festhalten – und drei Hütten bauen. Das aber ist nicht möglich. Die Besinnung aufs Grundsätzliche ist wichtig, aber sie kann nicht alles sein. Man muss wieder hinuntersteigen, in den Alltag. Wer einmal die richtige Perspektive hat, kann auch die Alltagsprobleme anpacken.

Politisch gewendet: Wer das Grundgesetz kennt, wer demokratisch denkt, der darf hierzulande Politik machen. Die anderen bitte nicht! Denn wer die Freiheit zerstört, hat den Boden des deutschen Rechtsstaats verlassen.

Ich wünsche Ihnen solche Taborerfahrungen. Taborstunden, Höhenflüge, um den Alltag zu bestehen. Die Welt mit den Augen Gottes sehen. Ich wünsche unserer Gesellschaft eine Rückbesinnung auf ihre Grundlagen. Und ich wünsche unseren Politikern mehr Verantwortung für das Gemeinwohl, für die Weltgemeinschaft im Ganzen. Nicht so viel Parteiräson, lieber mehr das eigene Gewissen befragen. Die meisten unserer Politikerinnen und Politiker machen das ja auch sehr gut. Wer aber polarisiert, spaltet die Gesellschaft. Angst war noch nie ein guter Ratgeber.

Zur Besinnung kommen. Durchblicken und die Probleme wirklich anpacken. Seinen Teil dazu beitragen wird Pfarrer Stefan Jürgens aus Münster.

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