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Kirche in WDR 5 | 23.11. 2018 | 06:55 Uhr

Unsere Freiheit

Guten Morgen!

Eine Unruhe hat unsere Zeit erfasst, die nicht enden will. Alle wissen, dass wir vieles ändern müssen, wenn die Menschheit auf diesem Planeten eine Chance haben soll; alle reden davon, dass wir auf keinen Fall so weitermachen können, wie bisher; und alle haben Ideen. Zum Beispiel dazu, wie wir mit den Völkern umgehen sollen, die in Richtung der reichen Länder streben und die ihren Teil vom Kuchen abbekommen wollen – die haben ein Recht darauf zu kommen, sagen viele gerade in der Kirche; aber sie sagen nicht, wie wir zu einer Lösung kommen, die sich alle auch wirklich vorstellen können. Die Unruhe setzt sich fort, und wir kommen immer weiter weg vom Ziel.

Gott selbst hat da eine ganz schlichte und zugleich höchst vielschichtige und umfassende Lösung anzubieten. Sie steht im Vaterunser. Einem Gebet, das Jesus seinen Jüngern mitgegeben hat und das seinen festen Platz im christlichen Glauben hat. Es ist die zentrale, entscheidende fünfte Bitte im Vaterunser, auf die alles zuläuft: Vater unser im Himmel, vergib uns unsere Schuld, wie auch wie vergeben unseren Schuldigern.

Meine Schuld ist das eigentliche Problem dieser Welt. Nicht irgendetwas Fremdes, von außen Kommendes, nicht die anderen, nicht die Verhältnisse, nein, meine Schuld ist es, dass diese Welt ächzt und stöhnt – seit sie sich dreht. Noch nie konnten die Menschen es aushalten, dass noch einer über ihnen ist, der seine eigenen Ideen und Vorstellungen davon hat, wie das Zusammenleben auf dieser Erde aussehen soll. Der himmlische Vater hat sich diese Erde als Raum für seine Menschheitsfamilie gedacht – und wir haben daraus einen Kampfplatz gemacht. „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ - so hat der englische Philosoph Thomas Hobbes es umschrieben, als er das Verhältnis von Staaten beschreiben wollte. Regiert vielleicht der Eigennutz bis in die letzte scheinbar noch so soziale Aktion? Was kommt am Ende für mich dabei heraus? Wenn das wirklich die entscheidende Frage ist, nach der wir uns richten, dann kann dieses Leben nur ein Kampfplatz sein, der mit möglichst vielen Regeln eingefriedet werden muss, damit es halbwegs funktioniert – oder auch nicht.

Gottes Lösung sieht anders aus. Gottes Lösung heißt Vergeben. Und weil Gott diese Lösung ganz ernst meint, deswegen hat er damit begonnen, bevor ich überhaupt auf der Welt war. Mit seinem Sohn Jesus Christus, der alle Schuld der Menschen auf sich nahm und vorlebte, wie es anders geht. Mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen sagt er mir: "Ich vergebe dir deine Schuld, was immer du auch gemacht hast. Zwischen uns ist Friede!"

Was für ein Freiraum tut sich da auf. Kein Kampfplatz, ein weites, offenes Feld liegt vor mir. Alle meine Schuld, meine Unruhe, meine Unzulänglichkeiten - sie sind mir vergeben. Da kann ich mir doch wesentlich entspannter all die anderen merkwürdigen Menschen anschauen, mit denen ich es zu tun habe. Vielleicht fallen uns zusammen doch noch ein paar gute Schritte und Entscheidungen auf unserem gemeinsamen Weg ein.

Das wünscht sich Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

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