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Kirche in WDR 2 | 19.04.2014 | 05:55 Uhr

Auferstehung

Florian Sitzmann ist ein erfolgreicher Mann. Als Sportler – Deutscher Meister und Vizeweltmeister im Handbiking, Weltrekordhalter beim Norwegen Radrennen.

Als liebevoller Vater seiner kleinen Tochter. Als Geschäftsmann in einer Eventagentur.

Wer Florian Sitzmann begegnet, vergisst schnell, dass man mit einem Mann spricht, der ohne Beine leben muss. Der sich selber „der halbe Mann“ nennt.

Eine Woche vor seinem 16. Geburtstag macht Florian Sitzmann mit einem Freund einen Motorradausflug nach Holland. Es regnet, ist dunkel, beim Einfädeln auf die Autobahn geraten sie ins Schleudern. Die beiden jungen Männer prallen auf einen LKW.

Der Freund rutscht auf den Seitenstreifen, bleibt unverletzt. Aber Florian Sitzmann gerät unter den 40 Tonner, wird an der Hüfte überrollt. Das Becken gebrochen, die Beine fast abgetrennt.

Als er nach einer Woche aus dem künstlichen Koma aufwacht, müssen seine Eltern ihm beibringen, dass er keine Beine mehr hat. Er wird zwei Jahre im Krankenhaus verbringen , über 50 Operationen ertragen. Seinen Lebenswillen hat Florian Sitzmann dabei nie verloren. Er sagt, dass er immer leben wollte, sich immer alles zugetraut hat. Und er hat alles geschafft. Beruf, Familie, Hobbys, Sport – Florian Sitzmann lebt ein glückliches Leben. Eine Auferstehung, auch wenn er selber nicht aufstehen kann?

Die andere Seite der Geschichte heißt Daniel Stanitzky. Er fuhr damals auf der A 62 im Hunsrück den LKW. Er spürte nur zwei leichte Schläge, sah im Rückspiegel Funken sprühen, dachte er habe etwas verloren. Als er angehalten hatte, sah er den jungen Mann auf der Fahrbahn in seinem Blut liegen und hoffte nur, dass der das überleben möge. Jeden Tag erkundigt er sich in den folgenden Tagen bei seiner Spedition, wie es dem jungen Mann geht.

Und nach einigen Tagen erhält er die Nachricht, der Junge sei gestorben. Daniel Stanitzky kündigt seinen Job, vergräbt sich zu Hause, bricht Kontakte ab, wird schwer depressiv. Wie es zu der Fehlinformation gekommen ist, weiß Stanitzky bis heute nicht. Jahrelang glaubt er, einen jungen Menschen getötet zu haben, kämpft mit seiner Angst vor einem neuerlichen Unfall, ist in therapeutischer Behandlung.

Ostern. Das Fest der Auferstehung.

Zufällig zappt Daniel Stanitzky in eine Fernsehsendung, in der ein beinamputierter Sportler von seinem Motorrad-Unfall im Sommer 1992 auf der A 61 berichtet. Plötzlich wird ihm plötzlich klar: Das ist meine Geschichte! Und der Junge von damals ist nicht tot, er lebt!

Der ehemalige Brummifahrer schreibt Florian Sitzmann eine Email. Und nun ist der völlig überrascht. Für ihn war immer klar, dass den LKW Fahrer keine Schuld traf. Als Daniel Stanitzky den totgeglaubten Florian Sitzmann zum ersten Mal sah, konnte er nur weinen. Aber Florian hat Daniel in den Arm genommen und gesagt: „Alles ist gut, Du kannst doch nichts dafür!"

Ostern. Auferstehung. Der Sieg des Lebens über den Tod. Nicht in mythisch verklärten, fernen Zeiten. Sondern hier und heute. Mitten im Leben, mitten im Alltag. Daniel Stanitzky arbeitet heute als Busfahrer. Florians Lebensmut geben auch ihm die Kraft, das Leben positiver zu sehen.

Morgen ist Ostern. Das Fest der Auferstehung. Ich wünsche Ihnen frohe Ostern.

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