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Kirche in WDR 2 | 10.05.2014 | 05:55 Uhr

David und Batseba - Liebe auf den ersten Blick?

War es Liebe auf den ersten Blick, was da in einer sternenklaren Nacht begann? Und was als heißeste und vielleicht auch tragischste Lovestory der Bibel in die Geschichte eingehen sollte? Die auch nach heutigen Maßstäben noch ein Skandal gewesen wäre.

In jener Nacht vor so vielen Jahren sah David sie das erste Mal. Er hatte auf seiner Dachterrasse gestanden. Der Mond, der alte Verräter, schien so klar und warf sein verführerisches Licht auf das Haus gegenüber, als wollte er sie auf leuchtendem Tablett präsentieren. Sie badete im hellen Mondenschein. Um sie herum war alles still, als gäbe es in ganzem Universum nichts, nur sie und die ruhigen fließenden Bewegungen ihres makellosen Körpers. Mein Gott, war sie schön. Er dachte, er träume.

Hey, Mann, schau´ Dir nicht die Augen aus dem Kopf. Du meinst wohl, Du kannst alles haben, was Du willst? Mich aber nicht. Ich bin nicht frei, ich gehöre schon einem anderem. Verbrenn´ Dir also nicht die Finger.

Am Morgen danach war er nicht mehr derselbe. Wer war David? Vergiss David. An diesem Morgen gab es für ihn eine neue Zeitrechnung: Die Zeit vor ihr und die Zeit – ja, was denn – mit ihr vielleicht? Vorher war David, nur David. Jetzt wollte er David-und sein. David-und-wer? An jenem Morgen vor so vielen Jahren dachte er nur noch an sie. Sie. Sie. Sie. Er befürchtete, sie sei nur ein Traum gewesen. Aber sie war kein Traum, es gab sie wirklich. Batseba hieß sie. David-und- Batseba: Damit fingen die Probleme erst richtig an. Sie haben sich getroffen, heimlich. Es war klar, (das) was passieren würde, oder? David war nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt, er war eher wie – sagen wir - ferngesteuert. Er hatte nur noch sie im Kopf. Es interessierte ihn nicht, dass sie verheiratet war. Andere sagten später: Was hast Du Dir dabei gedacht? Du hattest doch alles, es war nicht recht. Aber wenn es nicht recht war, bei ihr zu sein, dann wollte er nicht im Recht sein. Er wollte nur noch in ihrer Nähe sein. Dafür würde er alles tun, alles.

Liebster/Süßer, wir dürfen uns nicht mehr sehen. Mein Mann kommt zurück und er darf es nicht erfahren. Es würde ihn umbringen. Was auch geschehen mag, Du musst es ertragen, bitte, Du zerstörst sonst alles, unsere Liebe, sie hat keine Zukunft – und doch weiß ich, dass es mit niemandem so sein wird wie mit Dir. Es macht alles keinen Sinn mehr für mich. Denn es gibt kein Leben mit Dir und kein Leben ohne Dich. Mach´s gut, Liebste/Süßer, meine Lippen sehnen sich nach Dir, aber wir müssen Abschied nehmen, leb´ wohl, um Gottes Willen.

Natürlich blieb es nicht dabei. Batseba wurde schwanger. Und David, David meinte jetzt, was tun zu müssen. Und es war immer seine Art gewesen, Probleme aus dem Weg zu räumen. Ihr Mann, der war so ekelhaft anständig, aufrichtig und gut, der hätte das alles nicht kapiert - David schickte ihn buchstäblich in den Tod. Aus. Vorbei – und Batseba war frei. War das damals Liebe?

Liebe ist ein großes Wort. David war verrückt nach ihr, stand in Flammen. Es war Leidenschaft. Und zwar von der Art, die Leiden schafft. Kann eine Geschichte, die so schlecht anfängt, eine Zukunft haben? David und Batseba verloren ihr Kind, ihr gemeinsames Kind. Das ist die göttliche Strafe, sagten viele. Mein Gott, es war so furchtbar. Tag und Nacht, jeden Moment war er bei ihr, sie haben sich aneinander fest gehalten und sie haben gemeinsam geweint. Liebe? Wenn es Liebe war, dann stammte sie aus dieser Zeit. Erst da hat er begriffen, was lieben heißt.

Du bist nicht geflohen vor meinen Tränen. Du bist nicht geflohen, zerbrochen an dem, was Du getan hattest. Dafür bin ich Dir dankbar, Liebste/Süßer, dafür liebe ich Dich. Denn als ich Dich am nötigsten brauchte, da warst Du für mich da. Jedes zarte Wort von Dir, jede stille Berührung sagte mir, das es weitergeht. Das es Hoffnung gibt. Dass Gott uns nicht im Stich lässt.

Hätte es etwas geändert, wenn er all das schon an jenem Morgen gewusst hätte, nachdem er sie zum ersten Mal sah? Auf diese Frage gibt die Bibel keine Antwort. Das Leben kann man vielleicht rückwärts verstehen, aber immer nur vorwärts leben So ist es eben – das Leben. Und so ist wohl auch – die Liebe.

Copyright Vorschaubild: kristinekelly Public Domain Pixabay

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