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Kirche in WDR 2 | 02.09.2014 | 05:55 Uhr

Ruts Not

Rut hatte einen Flüchtling geheiratet. Obwohl ihre gesamte Familie sie gewarnt hatte: „Überschätze Dich nicht. Du kannst diesen Mann nicht zu einem von uns machen. Wenn Du ihn heiratest, wirst Du Dich selbst ausgrenzen. Und wenn er Dich eines Tages verlässt, wirst Du allein dastehen!“ Nur ihre Schwiegermutter Noomi hatte sie unterstützt.

Jetzt steht Rut tatsächlich alleine da. Ihr Mann war bald nach der Hochzeit gestorben. Eigentlich nur ein ungefährliches Fieber. Aber die beiden hatten sich nicht einmal die einfachsten Medikamente leisten können.

Auch ihre Schwiegermutter ist nun allein: verwitwet und ohne Söhne. Da hört sie, dass es in Israel wieder geregnet hat. Das erste Mal seit zwei Jahren. Das ist das Ende der Dürre, vor der ihre Familie geflohen war. Noomi beschließt die Schwiegertochter freizugeben: „Fühle Dich nicht verpflichtet, für mich zu sorgen. Ich werde nach Bethlehem zurückkehren. Dort habe ich Verwandte. Halte Du Dich an Deine Familie. Sie wird Dich versorgen.“

Rut prüft ihre Möglichkeiten. Sie kann ihre Familie bitten, sie wieder aufzunehmen. Wahrscheinlich bekäme sie dort tatsächlich eine neue Chance. Aber würde sie jemals wieder eigenständige Entscheidungen treffen können? Sie kann stattdessen versuchen, sich alleine durchzuschlagen. Aber welche Möglichkeiten hat eine junge Witwe ohne Kinder? Besonders, wenn sie ihren Körper nicht verkaufen will.

Oder sie geht mit ihrer Schwiegermutter nach Israel. Dann wäre sie selbst eine Migrantin, so wie ihr Mann es gewesen ist. Wäre das so furchtbar? Wahrscheinlich nicht schlimmer als das Schicksal einer Flüchtlingsbraut in ihrem eigenen Dorf.

Ihr Mann hatte ihr von seinem Gott erzählt. Einem Gott, der besonders die Witwen und die Fremden in sein Herz geschlossen hat. Würde es so schlecht sein, in einem Land mit dessen Gesetzen zu leben? Die Armen hätten dort das Recht zur Nachlese bei der Ernte. Auch für die Witwen würde gesorgt. – Aber wenn es in Israel solche Gesetze gibt , warum hatte Noomis Familie dann fliehen müssen? Klar, wegen der Dürre. Aber leben die Israelis mit den fremden Nachbarn tatsächlich im Frieden, so wie Gott es von ihnen fordert?

Auch diese Möglichkeit ist also nicht ohne Fragezeichen. Aber sie ist für Rut das geringste Übel. Und so sagt sie ihrer Schwiegermutter die berühmten Worte, die noch 3.000 Jahre später gerne bei Trauungen gesprochen werden. Die Bibel hat sie mit Ruts Geschichte überliefert: „Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen soll. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Nur der Tod wird mich und dich scheiden.“

Eine Frau sagt das zu einer anderen, eine Witwe zu einer Witwe. Sie stammen aus verschiedenen Völkern und Religionen. Aber sie sind verbunden durch ihre Treue und ihre gemeinsame Not. So werden sie zu einer neuen Familie. Und finden zu einem gemeinsamen Glauben.

So gehen beide Frauen nach Bethlehem. In eine ungesicherte Zukunft. Ihre Hoffnung setzen sie auf Gott und seine Sozialgesetze. Ahnt Rut, dass sie dort eine neue Liebe finden würde? Von der können Sie morgen hören. Wieder um diese Zeit.

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