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Kirche in WDR 2 | 19.09.2014 | 05:55 Uhr

Der Herr weint

Bewaffnete Auseinandersetzungen in der Ukraine. Waffenlieferungen an Kurden im Irak. Waffenruhe im Gaza-Streifen. Ja-nein –wie lange? Zerstörte Wohnhäuser, flüchtende Familien, hungernde Kinder.Diese Bilder lassen kaum einen Menschen kalt. Manchen treibt es sogar die Tränen in die Augen, wenn sie sehen, welches Leid sich Menschen gegenseitig antun.

Auf den Hügeln um Jerusalem gibt es eine Kirche mit dem Namen "Dominus Flevit". Übersetzt heißt das, "der Herr weint." Aus der Kirche blickt man durch ein Fenster auf den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem. Hier soll vor zweitausend Jahren Jesus Tränen vergossen haben, weil er es kommen sah, dass der Tempel von den Römern zerstört wird. Heute steht auf den Grundmauern des jüdischen Tempels ein muslimisches Heiligtum. Symbol für einen bisher unlösbaren Konflikt. Knapp hundert Kilometer entfernt am Gazastreifen verbreiten Raketen auf beiden Seiten Angst und Schrecken und töten Gläubige: Juden und Muslime.

Die Tränen, die man heute vergießen müsste, reichen nicht aus. Viele Menschen fragen sich: "Warum lässt Gott das zu? Warum macht er nicht ein Ende mit den Kämpfen, gerade im Heiligen Land?"

Wer so fragt, stellt sich vielleicht vor, Gott sitzt irgendwo, und überlegt sich, wo er eingreift und wo besser nicht. Aber die Kirche mit dem Namen "Dominus Flevit", bringt mir ein ganz anderes Bild vor Augen: Jesus Christus, den viele als Gottes Sohn bekennen, weint! Das heißt für mich: Gott leidet selbst unter dem Leid, was sich Menschen gegenseitig antun. Gott selbst vergießt Tränen über die Menschen, die gegeneinander mit Waffengewalt kämpfen.

Auf beiden Seiten, in Israel und Palästina gibt es Menschen, die ernsthaft nach Frieden suchen. Es gibt Menschen, die zusammen arbeiten, die zusammen in Dörfern leben und auch zusammen essen. Viele suchen nach einer politischen Lösung für den Frieden. Aber es gibt auch die Anderen: Die Unversöhnlichen, die die immer sagen, "Die da drüben haben angefangen!" Sie beharren auf ihrem vermeintlichen Recht, sie meinen, es gehe nur mit Gewalt und Waffen.

Doch auf beiden Seiten sagen Menschen ein Wort zu einander, das Hoffnung geben könnte. In Israel begrüßt man sich mit dem Wort "Schalom!", in Palästina sagt man auf Arabisch "Salam!". Beide Wörter bedeuten Frieden. Beide Wörter hören sich ähnlich an und haben die gleiche Wurzel. Salam! - Schalom! - Friede sei mit Dir!

Es könnte ein Hoffnungszeichen sein, wenn der alltägliche Friedensgruß nicht nur den Freunden auf der gleichen Seite gilt, sondern allen Menschen.

Ja Gott würde lächeln, wenn Menschen einander die Hand zum Frieden reichen. Dieses Lächeln könnte sich auf die Menschen in der ganzen Welt übertragen. Ziemlich am Ende der Bibel steht: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen." (Off 21,4)

Ich glaube,Gott wird lächeln, wenn Menschen dies nicht nur als eine Hoffnung für den Himmel ansehen.

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