Aktuelles

Beiträge auf: wdr2 

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 27.12.2014 | 05:55 Uhr

Weihnachten sind wir wieder zu Hause!

Autor: Weihnachten sind wir wieder zu Hause!

Allerspätestens jetzt, am Tag nach Weihnachten haben die Soldaten im Ersten Weltkrieg erkannt, dass dieser Satz nicht stimmt: Weihnachten sind wir wieder zu Hause!

Heute vor hundert Jahren lagen sie immer noch in den Schützengräben von Nordfrankreich. Spätestens jetzt haben sie gemerkt, dass ein Krieg kein Spaziergang ist. Sie saßen voller Angst um ihr Leben in Schlammlöchern und froren. Viele dachten an die warme Stube der Familie zu Weihnachten im Jahr davor. Manche spürten noch die letzte Umarmung ihrer Liebsten an einem Sommertag im August, als sie mit einer Mischung aus Abenteuerlust und Angst in den Krieg zogen.

Weihnachten, das Fest des Friedens. Am Ersten Weihnachtstag 1914 sah es fast so aus, als wäre Frieden möglich. Eine himmlische Ruhe schien die Schlachtfelder zu umgeben. Es fiel kein Schuss. Es herrschte Waffenstillstand. Aber keiner, den die Regierungen in Berlin, Paris oder London vereinbart hätten. Nein, es war Weihnachtsfrieden. Ein Frieden, der aus dem Herzen der jungen Männer kam. Und in dieser Ruhe wagten sie es, aus ihren Gräben heraus zu kommen. Sie umarmten sich, tauschten Zigaretten und Bier, und erlebten dabei an sich selbst eine Veränderung: Aus Soldaten wurden Menschen. Aus Tötungsmaschinen wurden wieder lebendige Wesen mit Herz und Gefühl.

Teilweise hielt der Weihnachtsfrieden sogar bis Neujahr an. Und die Menschen, die sich monatelang als Feinde beschossen hatten, sollen sogar miteinander Fußball gespielt haben. Tore schießen, statt Menschen erschießen. Aber die Verbrüderungen waren den Mächtigen ein Dorn im Auge. Schnell sollte wieder zur Tagesordnung übergegangen werden, und die hieß Krieg, hieß Töten. In den deutschen Zeitungen der Heimat wurde nichts über diesen Weihnachtsfrieden berichtet. Zwischen Weihnachten und Neujahr 1914 konnte niemand ahnen, wie viele Jahre man sich noch bekämpfen würde.

Einen Weihnachtsfrieden hat es im Ersten Weltkrieg auch nie wieder gegeben. – Und "Weihnachten sind wir wieder zu Hause!", das blieb der meist unerfüllte Wunsch vieler Soldaten in der Welt, die ungewollt in Kriege ziehen mussten.

Bei keinem Fest wird so deutlich von Frieden gesprochen wie bei diesem. Doch der Ruf des Engels aus der Weihnachtsgeschichte gilt über das Fest hinaus: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Dieser Gedanke erklingt das ganze Jahr in vielen christlichen Kirchen: Frieden auf Erden.

Die Hoffnung auf Frieden gilt es, vom Fest mit in den Alltag zu nehmen. Der Mut der Soldaten, die vor hundert Jahren einfach ein paar Tage Frieden gelebt haben, kann den Menschen auch heute die Kraft geben, Frieden zu erproben.

Lange ist nicht mehr so viel von Krieg geredet worden wie 2014. Lange war auch die Bedrohung in der Welt nicht mehr so stark wie im zu Ende gehenden Jahr.

Die Botschaft, die zu Weihnachten verkündet wurde, gilt nicht nur für die Feiertage, sondern sie ist ein Wunsch für jeden Tag im Jahr: "Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."

katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen