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Kirche in WDR 2 | 16.03.2015 | 05:55 Uhr

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Denkmal

Autor: Es ist ein bemerkenswertes Denkmal. Die Oberfläche leuchtet golden, mitten in der Wüste. Die Form ähnelt einem Kalb. Über die Deutung wird jedoch gestritten. Viele sehen eine göttliche Gestalt darin. Obwohl ihre Religion ihnen verbietet, Gott bildlich darzustellen.

Musik: Komm mal ans Fenster, komm her zu mir. Siehst du da drüben, gleich da hinterm Wellblechzaun? Da drüben auf dem Platz vor Aldi haben sie unser Abbild in Stein gehaun.

Autor: Die Leute sind Flüchtlinge. Eine große Gruppe von Menschen. Unterwegs im Niemandsland zwischen Ägypten und Israel. Mose, ihr Anführer, hat sie allein gelassen. Orientierungslos irren sie umher. Schlagen ein Lager auf. Bis einer auf die Idee kommt, das Denkmal herzustellen. Als Erinnerung: Wir sind nicht allein. Unser Gott ist bei uns.

Musik: Komm auf die Straße, komm her zu mir. Überall Blumen und Girlanden, halb zerknüllt. Sieht so aus, als hätten die unser Denkmal heute Nacht schon ohne uns enthüllt.

Autor: Dann kommt Mose, ihr Anführer, doch zurück. Er sieht das Denkmal. Und begreift sofort, was passiert ist: Die Angst der Flüchtlinge, verlassen zu sein. Ihre Panik. Und die Idee seines Bruders Aaron, die Leute zu beruhigen. Das Denkmal zu gießen. Ihnen ein goldenes Kalb hinzustellen, das sie an ihren Gott erinnern soll. Mose kocht vor Zorn und befiehlt, das Denkmal zu zerstören.

Musik: Hol den Vorschlaghammer! Sie haben uns ein Denkmal gebaut und jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut. Ich werd die schlechtesten Sprayer dieser Stadt engagieren. Die sollen nachts noch die Trümmer mit Parolen beschmieren.

Autor: In mehreren Religionen ist es verboten, Gott bildlich darzustellen. Ihm ein Denkmal zu bauen. Warum eigentlich? Unsere moderne Erklärung ist: Gott ist anders. Er ist kein Stück aus unserer Welt. Deshalb kann er auch nicht gemalt oder modelliert werden. Aber diese Erklärung überzeugt mich nicht. Denn dann dürften wir auch nicht von Gott sprechen. Auch unsere Worte sind ja zu klein für ihn. Und trotzdem erzählen wir von ihm. Sprechen sogar von seinem starken Arm oder seiner mütterlichen Liebe. Könnten wir dann nicht auch Bilder von ihm machen?

Judith Holofernes von der Band ‚Wir sind Helden‘ hat eine andere Idee, warum das nicht geht:

Musik: Jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut.

Autor: Ein Denkmal zerstört die Liebe. Weil es zu Stein erstarrt ist. Ein lebendiger Moment friert ein für die Ewigkeit. Menschen dagegen sind wirklich lebendig. Gott ist lebendig. Unsere Sprache auch. Und die Liebe allemal. Deshalb kann Gott in keinem Denkmal und keinem Bild dargestellt werden. Das wussten schon die Israeliten, wenn sie die Götterbilder ihrer Nachbarn verspotteten: Das waren für sie stumme, blinde, hilflose Stücke aus Holz oder Stein. Kein noch so goldenes Kalb kann zeigen, wie lebendig und kräftig Gott ist!

Musik: Hol den Vorschlaghammer! Sie haben uns ein Denkmal gebaut …

Musikinformation:

CD-Name: Denkmal (MaxiCD)

Track-Name/-Nr.: Denkmal

Interpret: Wir sind Helden

Komponist: Jean-Michelle Tourette, Judith Holofernes, Pola Roy

Textdichter:J udith Holofernes

Verlag: Freudenhaus MV/Wintrup MV/Partitur MV

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