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Kirche in WDR 2 | 17.03.2015 | 05:55 Uhr

Jesus mit Knollnase

Autor: Kinder sind erstaunlich konservativ. Diese Erfahrung hat der Versmolder Grafikdesigner Rüdiger Pfeffer gemacht. Er hat Kinderbibeln illustriert und auch Jesuscomics gezeichnet. ‚Jesus der Galiläer‘ hat bei ihm eine Knollnase wie ‚Asterix der Gallier’. Kinder und Jugendliche reagieren darauf sehr unterschiedlich.

O-Ton: Ältere Kinder, Jugendliche, finden Maria und Josef auf der Vespa interessant. Das finden die gut und cool. Während so Kinder unter sieben, acht finden das doof. Die möchten Maria mit langen Haaren, ganz traditionell auf dem Esel sitzen sehen. Josef daneben geht zu Fuß. Das ist denen also ganz, ganz wichtig.

Autor: Zwischen Kindern und Jugendlichen herrscht ein ganz ähnlicher Unterschied wie zwischen Konservativen und Liberalen. Der Zeichner will jedoch niemanden vor den Kopf stoßen.

O-Ton: Ich selber hab immer darauf geachtet, auch bei meinem Jesus-Comic, dass ich möglichst keine religiösen Gefühle verletze. Da gibt’s für mich eine Grenze. Das ist aber eine gefühlte Grenze. Und die wollte ich auf keinen Fall unterschreiten.

Autor: Bilderbibeln und Bibelcomics sind für Pfeffer ein aktueller Zugang zur Bibel. Ein moderner Weg, die alten Geschichten zu deuten.

O-Ton: Das ist wie Film, Theater oder Musical. Das ist einfach ein Medium. Natürlich. Jeder Zeichner, jeder Illustrator betreibt Exegese, mit jedem Strich. Also wie ich den Jesus darstelle alleine schon, und was ich dem für einen Gesichtsausdruck gebe, ob ich das modernisiere oder in welches Ambiente ich den stelle, dann ist das im Grunde genommen Interpretation.

Autor: Pfeffer sieht seine eigenen Werke nicht als Satire. Aber auch die hält er für berechtigt. Dafür gibt es auch einen religiösen Grund:

O-Ton: Ich glaube Satire, oder selbst blasphemische Satire, das interessiert Gott gar nicht. Das ist einfach auch zutiefst menschlich, dass man sich über Dinge lustig macht.

Autor: Religion und Aufklärung sind deshalb kein Gegensatz, sondern sie gehören zusammen. Hier schlägt das liberale, jugendliche Herz des Versmolder Zeichners:

O-Ton: Aber wenn jemand, wie zum Beispiel jetzt die französischen Zeichner, die jetzt mit Religion sehr kritisch sich auseinandersetzen, dann ist das einfach auch, ja, eine Frucht der Aufklärung. Und eine sehr sehr wichtige auch. Und das muss Religion einfach aushalten!

Autor: Der Graphikdesigner träumt von einem Buch über die vier großen Religionsstifter: Mose, Buddha, Jesus und Mohammed. Dafür müsste er auch den Propheten des Islam zeichnen. Wieder würde er auf konservativen Gegenwind treffen. Aber vielleicht läge eine Chance darin, dass alle vier gemeinsam auftreten.

O-Ton: Wenn ich jetzt nur ein Buch über Mohammed machen würde, dann würde man sagen: „Guck mal, der will jetzt provozieren. Oder ist der Trittbrettfahrer? Oder was will der eigentlich damit?“ Aber wenn man jetzt diese vier Figuren darstellt, dann wird vielleicht deutlich, was die auch gemeinsam haben.

Autor: Die Gemeinsamkeiten der Religionsstifter seien erstaunlich groß: Liebe, Güte, spirituelle Werte und Hilfe für Arme und Verletzte. Mit Bildern lässt sich das spannender zeigen als mit nachdenklichen Vorträgen. Und ein Augenzwinkern könnte manche Debatte entkrampfen.

O-Ton: Religion muss Humor vertragen, das ist gar keine Frage!

Bild: (c) Rüdiger Pfeffer

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