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Kirche in WDR 2 | 18.06.2015 | 05:55 Uhr

Die mittellose Fremde Ruth

Die Rut aus der Bibel? Sollten sie kennen! Gerade in diesen Tagen, weil Rut zeigt, dass das Schicksal jeder Fremden einzigartig ist und sie alle ein wenig Hilfe brauchen, um vorwärts zu kommen.

Das Buch Rut erzählt die Geschichte der Familie von Noomi, ihres Mannes und ihrer zwei Söhne, die wegen einer Hungersnot auswandern von Juda, heute Palästina, in das Nachbarland Moab, heute Jordanien. Armutsmigration, sagte man vielleicht schon damals dazu. Wie das Leben so ist, bleiben sie dort hängen, der Mann stirbt, die Söhne heiraten zwei Frauen von dort mit Namen Orpa und eben Rut. Das Schicksal meint es nicht gut mit der Familie, denn auch die beiden Söhne sterben recht bald. Daher beschließt Noomi als nun kinderlose Witwe, nach Hause zu gehen. Rut kann Noomi schließlich überreden, sie begleiten zu dürfen, denn sie hängt an ihr und will sich um sie kümmern. Dabei geht sie ein hohes Risiko ein, denn Rut ist Witwe, kinderlos und auch noch Ausländerin, was zusammen genommen bedeutet, dass sie in der damaligen Gesellschaft keinerlei Einkommen, soziale Sicherung oder sichere Verdienstmöglichkeit hat. Mit Rut kommt also eine mittellose Ausländerin nach Juda. Was sie tatsächlich kann, zählt da erst mal nicht. Armut und Einsamkeit vorprogrammiert.

So ähnlich kommt es mir vor, wenn ich die Situation mancher unbegleiteter Flüchtlinge erlebe, die ich an meiner Schule unterrichte. Sie kommen zu uns, ohne unsere Sprache und unsere Gewohnheiten zu kennen, aber haben oft genug gute Kenntnisse in einem Handwerk, in Technik oder Naturwissenschaften. Selten genug lässt sich das aber nachweisen, denn es fehlen Zeugnisse, die nicht mit auf die Flucht genommen werden konnten oder aber hier schlicht nicht anerkannt werden, weil sie keinem unserer Standards entsprechen. Und da sitzen diese jungen Frauen und Männer nun und lernen Deutsch, was wichtig ist, aber auch oft genug frustrierend schwer, und ihre bisherigen Kenntnisse und Talente liegen brach, weil keiner danach fragt.

Umso schöner, wenn ich erlebe, wie es manchen gelingt durchzustarten. Zwei junge Iraner sind jetzt nacheinander in einer metallverarbeitenden Firma für die Ausbildung angenommen worden, obwohl die Verständigung mitunter doch noch recht schwer ist. Aber keine anderen Bewerber haben so viel Willen und so viel Fleiß gezeigt, wie die beiden und der Meister dort unterstützt sie nun, wo er kann. Ich bin sicher, dass die beiden ihren Weg machen werden.

Denn die biblische Rut, die hat es auch geschafft. Loyal zu ihrer Schwiegermutter nutzt sie klug und fleißig die Regeln der fremden Gesellschaft, um sich dort mehr und mehr zu integrieren und findet in ihr Menschen, die sie begleiten und sich schließlich ihrer annehmen. Denn bei allem Integrationswillen: Diese Hilfe brauchen alle Fremden.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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