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Hörmal | 25.12.2013 | 07:45 Uhr

Weihnachten: Vom Sinn des Schenkens

Sprecherin: Nicht überall auf der Welt wird heute Weihnachten gefeiert. Bei den orthodoxen Kirchen zum Beispiel liegt das Fest im Januar, weil sie sich noch nach dem alten Julianischen Kalender richten. Der Rest der rund 2 Milliarden Christen weltweit ist sich aber einig: die Geburt Jesu wird HEUTE gefeiert, am 25. Dezember. Bei der Frage, wann es die Geschenke gibt, gehen die Meinungen dagegen auseinander, sagt der Theologe Dr. Manfred Becker-Huberti:

O-Ton: Bei den einen ist es am 24. noch, und zwar, nachdem die Sonne untergegangen ist. Nach alter liturgischer Tradition beginnt mit dem Sonnenuntergang des Vortages der Folgetag, also kann man nach Sonnenuntergang am 24. schon Weihnachten feiern. Und die anderen haben gesagt: Nö, dat geht nicht. In der Mitternacht muss ja erst mal die Messe her und nach der Mette, da kann das Christkind dann kommen.

Autorin: Wann die Geschenke ausgepackt werden dürfen, ist also durchaus unterschiedlich. Aber bei der Frage, warum wir uns überhaupt gegenseitig beschenken, gibt es für den Experten nur eine Antwort:

O-Ton: Das Schenken kommt ja von Nikolaus und nicht von Weihnachten. Und der Nikolaus beschenkt in seiner Legende drei Mädchen, um ihnen den Weg in den Himmel offen zu halten. Das heißt, sein Geschenk führt dazu, dass sie heiraten können, ein ehrliches und ehrenwertes Leben führen. Ansonsten hätten sie auf den Strich gehen müssen.

Sprecherin: Der Vater der Mädchen – so die Legende – war nämlich drauf und dran, seine Töchter zu verkaufen, weil er für keine von den dreien die nötige Mitgift aufbringen konnte. Nikolaus löst das Problem. Er wirft den Mädchen heimlich drei Goldklumpen durchs geöffnete Fenster.

O-Ton: Er nimmt sein privates Vermögen und eröffnet ihnen den Weg ins Paradies. Und wenn Schenken für uns heute noch ein bisschen diesen Sinn hat, dann hat das Schenken eigentlich die Aufgabe in dieser Zeit, dass der Himmel die Erde berühren kann Dass wir ein Stück davon erleben, was es bedeutet, den Himmel zu spüren.

Sprecherin: Bis weit ins 16. Jahrhundert hinein gab es nur einen Gabenbringer und auch nur einen Schenktermin: Nikolaus. Doch dann tauchte plötzlich neben ihm noch eine andere Figur auf:

O-Ton: Die ist eine Folge der Reformation. Denn Luther schafft das Schenken auf Nikolaus ab, weil er den Nikolaus abschaffen will – als Vermittler, den braucht er nicht mehr. In seiner Theologie ist es nicht vorgesehen, dass Heilige als Vermittler auftreten. Luther hat das Schenken dann verlegt auf Weihnachten.

Sprecherin: Und damit ein neues Problem in die Welt gesetzt.

O-Ton: Wenn denn Weihnachten geschenkt wird, wer schenkt denn da? Das Kind in der Krippe kann nicht mit dem dicken Sack durch die Gegend laufen. Und der Josef ist beschäftigt mit Süppchen kochen und Maria muss das Kind nähren – also irgendwer musste da her. Und im Elsass entdeckte Luther eine Figur: das Christkind.

Sprecherin: Bis heute ist allerdings nicht festgelegt, wie das Christkind aussieht. Hat es Flügel, ist es männlich oder weiblich - man kennt nicht mal das Alter. Nur in einem Punkt ist man sich einig, sagt Manfred Becker-Huberti.

O-Ton: Das Christkind schenkt eben wie Nikolaus. Es ist selber gar nicht mehr zu sehen, es war gerade da, das Glöckchen hat gebimmelt, der Vorhang bewegt sich noch, als Kind kommt man rein, die Geschenke liegen da und im Rheinland heißt es: Dat Christkind isfott – also es war nicht zu sehen.

Sprecherin: Und das ist ja wahrscheinlich auch ganz gut so. Oder?

Sprecherin: Sabine Steinwender-Schnitzius

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