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Kirche in WDR 2 | 26.09.2015 | 05:55 Uhr

»Am Ende ein Fest«

»Am Ende ein Fest«

[Telefon klingelt, Hörer wird abgenommen] - Selda! - Gott bist du das? - Wie geht es dir, Selda? - Nicht so gut. Der Krebs ist zurückgekommen, sagen die Ärzte. Ich hab wirklich genug. Ich ertrage es nicht länger. - Nur haben wir leider momentan gar keinen Platz. Deswegen wollte ich dich bitten, dass du mit der Behandlung weitermachst. - Es gibt keinen Platz im Himmel?

Yeheskel spielt den lieben Gott. Am Telefon. Er ist ein Tüftler und Bastler. Und denkt sich immer neue Maschinen aus, um seinen Mitmenschen das Leben angenehmer zu machen. Zum Beispiel einen Tablettenkalender, der automatisch die Medikamente ausspuckt. Oder eben einen Telefonhörer, der seiner Stimme einen göttlichen Klang gibt. Und die nötige Autorität, um seiner Nachbarin neuen Lebensmut zu geben. Als sein bester Freund Max todkrank ist, bittet dessen Frau Yeheskel um Hilfe.

Ich kann nicht mehr! Ich geb ihm eine Überdosis, dann hat er es überstanden. - Das meinst jetzt aber nicht ernst. Oder? - Ich ertrags nicht, ihn so zu sehen. Er will nicht länger. Ihr habt auch gehört, was er eben gesagt hat. - Wir sprechen gleich morgen mit dem Arzt. Bestimmt fällt dem noch etwas ein. - Er will sterben! Willst du das vielleicht mit ihm besprechen? Die müssen ihn am Leben erhalten, als wärs ein Verbrechen, zu sterben.

Ums Sterben und um Sterbehilfe geht es in dem israelischen Film “Am Ende ein Fest”. Seit Donnerstag läuft er im Kino. Eine Komödie, trotz des ernsten Themas.

Jedenfalls baut Yeheskel eine Maschine, die dem schwer kranken Max erlaubt, einen Knopf zu drücken und sich so einen tödlichen Medikamentenmix zu verabreichen. Dabei braucht Yeheskel allerdings Hilfe. Und so soll ein pensionierter Tierarzt das Schlafmittel besorgen.

Er wird wirklich nichts spüren, Doktor? - Nein, nein. Wir sedieren ihn ganz einfach und innerhalb von wenigen Minuten ist Max in einer besseren Welt. Das hab ich schon ganz häufig gemacht. - Im Ernst? Schon oft? - Keine Sorge! Ich habe ein Spitzenanästheticum! Max wird nichts spüren! Damit schlafen die Hunde immer friedlich ein! - Du willst also meinen Mann mit einem Hundebetäubungsmittel einschläfern? - Deinen Mann?

Trotz des komödiantischen Tons: Der Film “Am Ende ein Fest” stellt ernste Fragen. Wie darf ein Mensch einem anderen beim Sterben helfen? Indem er nichts mehr tut und das Sterben zulässt? Oder auch, indem er ihm auf eigenen Wunsch tödliches Gift einflößt? Wo ist die Grenze zwischen passiver und aktiver Sterbehilfe? Da gibt es wohl sehr unterschiedliche Antworten. Aber die Gesellschaft und der Staat müssen auch eine Antwort darauf geben.

Ich persönlich glaube, dass ein Mensch nicht das Recht hat, seinem Leben ein Ende zu setzen - und schon gar nicht dem Leben eines anderen. Ich glaube aber, dass ein jeder das Recht hat, in Würde und ohne Schmerzen zu sterben. Und dass der Tod der schmerzliche, aber notwendige Schritt ist zu einem Leben in Fülle. Denn am Ende, im Himmel, da gibt es wirklich ein Fest.

Nächsten Monat werde ich 90, Menachem. Und man kämpft um mich, als wäre ich ein junges Ding von 16. Genug! Es reicht mir! - Es geht uns allen nur um dich! Du weißt, wie sehr wir dich lieben! Und froh sind, dass du bei uns bist! - Es ist Zeit für mich, zu gehen. Und wie ist es, Yeheskel? Ist bei euch im Himmel mittlerweile ein Platz freigeworden? - Jetzt funktioniert es wieder. Du kannst den Knopf drücken. - [Knall] - Jetzt ist die Maschine an mir zugrunde gegangen!

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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