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Kirche in WDR 2 | 24.12.2015 | 05:55 Uhr

Fürchtet euch nicht

Manchmal muss man einfach „Danke“ sagen. Ich zum Beispiel.

Im Sommer habe ich hier über einen Mann berichtet, der vor dem Krieg aus Syrien geflohen ist. Um die Zeit im Erstaufnahmelager sinnvoller gestalten zu können wünschte er sich eine Gitarre – damit er mit anderen zusammen singen und Musik machen könne.

Ihre Reaktion darauf, liebe WDR2 Hörerinnen und Hörer, war für mich ebenso überraschend wie überwältigend: Drei nagelneue Gitarren sind mir zur Weitergabe an geflüchtete Menschen zugeschickt worden. Und weitere Gitarren haben Sie im näheren Umfeld selber verschenkt und mich davon per E-Mail wissen lassen. Außerdem konnte ich im Netz nachlesen, dass ein bekannter deutscher Rock-Musiker über seinen facebook account Instrumente aller Art für Flüchtlinge gesammelt und verteilt hat.

Mit einer solchen Welle der Hilfsbereitschaft und mit solcher Großzügigkeit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin immer noch gerührt. Und möchte mich bei Ihnen bedanken: Danke für Ihr Mitgefühl, Ihre Solidarität, dass Sie sich von den Schicksalen der Menschen berühren lassen und die Initiative ergreifen. Danke.

Vor ein paar Tagen bin ich noch einmal über einen der vielen Weihnachtsmärkte gegangen. Zwischen Bratwurstbude und Glühweinstand machten zwei Kinder Musik. Zwei vielleicht elfjährige Mädchen – ein eher hellhäutiges und ein eher dunkelhäutiges- standen mit Cello und Geige nebeneinander und ließen ihre Klänge über der Menge schweben.

„So funktioniert das“ dachte ich spontan. So funktioniert Integration – über Musik. Musik ist eine menschliche Kommunikationsform, die kulturelle und sprachliche Barrieren einfach überwinden, überspielen kann, die verbindet und Lebensfreude schenkt.

„Lasst die Kinder zu mir kommen - Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich!“ hat Jesus einmal gesagt. Seine Geburt feiern wir heute.

Das erwachsene Christkind erinnert die anderen Erwachsenen daran, dass man den Himmel nicht herbei planen, managen oder grübeln kann.

Denn den Himmel gewinnt man nur mit einer gehörigen Portion Vertrauen, Spielfreude und kindlichem Glauben.

Ich konnte kaum glauben, was die beiden Mädchen spielten: Beethovens 9.te. Freude, schöner Götterfunken. Alle Menschen werden Brüder. Was für eine Weihnachtsbotschaft, die diese beiden Kinder da in Töne gegossen haben.

Danke euch dafür.

In vielen unserer Kirchen wird nachher wieder die Herbergssuche der Heiligen Familie inszeniert werden. In diesem Jahr eine bedrückend aktuelle Geschichte.

Wahrscheinlich gut eine Millionen Menschen auf Herbergssuche werden wir in Deutschland bis zum Jahresende aufgenommen haben.

Eine gewaltige Zahl. Und für mache auch eine beängstigende Zahl. Und ich kann die Ängste und Sorgen verstehen, die das auslöst. Umso wichtiger, grade heute der Erzählung von Weihnachten noch einmal genau zuzuhören: Gegen alle berechtigten Sorgen, die man sich machen kann, gegen alles Unklare, Unwägbare, Bedrohliche sagen uns die Engel auf den Feldern: „Fürchtet euch nicht!“

Das ist die Weihnachtsbotschaft. Drei Worte. Fürchtet euch nicht.

Ihr werdet nicht alles planen, vorsorgen oder perfekt organisieren können. Dafür ist das Leben zu bunt und zu turbulent. Aber Fürchtet euch nicht.

Denn euch ist ein Kind geboren. Glaubt dem Kind und glaubt wie die Kinder.

Alle Menschen werden Brüder – Frieden auf Erden ist möglich.

Darum: „Fürchtet euch nicht!“

In diesem Sinne: Nochmal Danke! Und – frohe Weihnachten!

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