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Kirche in WDR 2 | 06.01.2016 | 05:55 Uhr

Fürchtet euch nicht

In vielen Familien wird heute am 6. Januar noch einmal der Weihnachtsbaum erleuchtet, bevor er aus den Wohnzimmern verschwindet.

Mir hat in diesem Jahr besonders ein Satz aus der Weihnachtsgeschichte viel bedeutet: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird". (Lk 2,10). Es sind die Worte des Engels an die Hirten vor Betlehem.

"Fürchtet euch nicht!" Leider bietet das Leben in dieser Zeit genug Grund, sich zu fürchten. Die Worte Terror und Krieg kommen häufiger in den Nachrichten vor als in den letzten Jahren. Da sehnt man sich nach einem, der aus voller Überzeugung sagen kann: "Fürchtet euch nicht!"

Heute vor 75 Jahren, war die Welt in Angst. In Europa tobte der 2. Weltkrieg, in Amerika war man bisher verschont, aber die Furcht davor, war deutlich zu spüren. Der US-Präsident Franklin-D. Roosevelt, trat vor 75 Jahren am 6. Januar 1941 vor den Kongress und sprach zu seinem Volk. Angesichts der Bedrohung durch den Krieg verkündigte er vier Freiheiten, die überall auf der Welt gelten sollten: Die Freiheit der Rede und des Ausdrucks, die Freiheit, das jeder Gott auf seine eigene Weise anbeten kann, die Freiheit von Not, und die Freiheit von Furcht.

Diese vierte Freiheit, die Freiheit von Furcht, war etwas bahnbrechend Neues. Rede- und Religionsfreiheit wurden auch schon zuvor betont. An der Freiheit von sozialer Not hatte der Präsident jahrelang gearbeitet. Nun galt es, die Welt von der Furcht zu befreien. Niemand sollte Angst um sein Leben haben, weil es von anderen bedroht wird. Kein Staat sollte so viele Waffen haben, dass er einen anderen mit Krieg überziehen kann. Für Roosevelt sollte das nicht erst im kommenden Jahrtausend passieren, sondern er wollte schon in seiner Generation die Furcht vertreiben. Doch Amerika blieb vom 2. Weltkrieg nicht verschont, und auch nach dessen Ende ist die Welt nie ohne Krieg geblieben.

Aber der Traum von einem Leben ohne Furcht ist noch nicht geplatzt. Warum ist er so schwer zu verwirklichen? Im gleichen Jahr 1941 schrieb der in Deutschland geborene Philosoph Erich Fromm über die Furcht der Freiheit. Ein totalitäres System lehrt seine Untergebenen das Fürchten und fürchtet selbst nichts mehr als die Freiheit. Diese Furcht vor der Freiheit erleben wir heute beim sogenannten Islamischen Staat. Mit seinen Terror-Angriffen will er diese Furcht in alle Welt bringen. Das zeigt wie aktuell Roosevelts Vision von der Freiheit von Furcht heute immer noch ist.

Die Sehnsucht nach einem Leben ohne Angst ist älter denn je. Doch Menschen haben immer Wege gefunden, diese Angst zu überwinden. "Fürchtet euch nicht!", rief der Engel den Hirten vor Betlehem zu.

"Fürchtet Euch nicht", das war die Haltung der Menschen in Paris, die sich nach den Anschlägen langsam wieder in die Cafés setzten. "Fürchtet Euch nicht", das war das Gefühl der Menschen, die im Spätsommer letzten Jahres die Flüchtlinge auf deutschen Bahnhöfen willkommen hießen.

"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird". Dieses Stück Weihnachten will ich nicht mit dem Weihnachtsbaum entsorgen, oder mit den Christbaumkugeln zurück in den Keller bringen. Das möchte ich mir bewahren!

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